Spannungsgeladene Taktikschlacht mit wenig Höhepunkten

Der 1.FCK entführt einen verdienten Punkt aus dem Wildparkstadion

Rund 5.000 Fans begleiteten den 1.FCK nach Karlsruhe - gut gefüllter Gästeblock

Rund 5.000 Fans begleiteten den 1.FCK nach Karlsruhe – gut gefüllter Gästeblock

Zugegeben, es gab auf den Rängen und auf dem Rasen schon hitzigere und giftigere Begegnungen gegen die Nord-Badener. Viel wurde bereits im Vorfeld zu der Partie des Südwest-Derbys am 26. Spieltag geschrieben. Brisanz gab es in jedem Fall reichlich. Allein die Tabellenkonstellation sollte einen heißen Tanz versprechen. Dritter gegen Vierter. Aufgrund der Vorfälle bei der Hinspiel-Begegnung nährten natürlich allerlei Spekulationen die Sicherheitslage rund um die Begegnung im Wildparkstadion. Heraus kam sicher kein sportlicher Glanzpunkt, aber ein durchaus sehenswertes Match zweier ambitionierter Vereine. Die Atmosphäre vor, während und nach der Partie, geprägt von den gepflegten Rivalitäten, aber durchweg ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Bundesweite Anti-Diskriminierungskampagne - Strich durch Vorurteile

Bundesweite Anti-Diskriminierungskampagne – Strich durch Vorurteile Bild: © www.der-betze-brennt.de

Die Roten Teufel setzten insbesondere in der ersten Halbzeit ambitionierte Akzente, wenn auch nicht zwingend genug, um Zählbares mit zum Pausentee zu nehmen. Kosta Runjaic nahm gegenüber der Heimpartie gegen Nürnberg Michael Schulze aus der Startelf, stellte Markus Karl zentral und rückte Jean Zimmer auf die rechte Außenposition. Die Badener hielten es nach dem Erfolg in Leipzig mit dem Motto, „never change a winning team“. Die Partie begann verhalten, beide Mannschaften tasteten erst einmal ab. Eine erste Duftmarke setzte dann in der 12. Minute der FCK. Nach einer gelungenen Kombination bot sich Kerem Demirbey am linken Fünfmetereck eine günstige Schussposition, die leider noch abgeblockt werden konnte. Auch Demirbeys Distanzschuss in Minute 15 fand im Karlsruher Torhüter seinen Meister.

Die Badener waren fortan bemüht das Geschehen vom eigenen Strafraum fernzuhalten, ohne selbst nennenswerte Akzente nach vorne zu setzen. Die Roten Teufel kontrollierten das Spiel gewohnt sicher. Gefälliges Kombinationsspiel, allerdings ohne zwingende Chancen vor dem Karlsruher Gehäuse. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit dann doch noch der ein oder andere Aufreger. Chris Löwe (37. Und 40.) sowie erneut Kerem Demirbey (41.) konnten jedoch mit ihren Distanzschüssen das Karlsruher Gehäuse nicht wirklich in Gefahr bringen. Mit etwas mehr Biss und Treffsicherheit wäre mehr drin gewesen. So ging es torlos in die Halbzeitpause.

Nicht unzufrieden - aber auch nicht überglücklich mit dem einen Punkt Bild: © www.der-betze-brennt.de

Nicht unzufrieden – aber auch nicht überglücklich mit dem einen Punkt
Bild: © www.der-betze-brennt.de

Die Karlsruher kamen mit Beginn der 2. Halbzeit energischer ins Spiel und zeigten nun mehr Willen. Dennoch tat sich auch hier vor dem Tor von Tobias Sippel nichts. In der 53. Minute war allerdings für den Anhang des FCK erstmals Durchschnaufen angesagt. Der eingewechselte Nazarov kam freistehend zum schuss, ballerte das Leder aber deutlich drüber. Die Roten Teufel verlegten sich nun auf’s Konterspiel und das sah zuweilen richtig gut aus. Die gewichtigste Duftmarke setzte hier einmal mehr der pfeilschnelle Jean Zimmer, der nach feinem Zuspiel von Kerem Demirbey aus halbrechter Position einfach mal abzog und das Leder an die Latte hämmerte. Der Ball sprang von dort dem nachgerückten Kevin Stöger zwar direkt auf den Scheitel, aber sein Flugkopfball war doch zu ungenau und ging knapp drüber (60.).

In der Schlussviertelstunde dann hüben wie drüben noch einige gute Möglichkeiten, was die Spannung im weiten Oval letztlich zum Knistern brachte, ohne wirklich explosive Giftigkeit in beiden Fanlagern zu provozieren. Es war klar, wer hier die erste Bude macht, geht dann wohl auch als Sieger vom Platz. So gesehen stockte auch dem Lauterer Anhang der Atem, als in der Nachspielzeit nach einer Karlsruher Ecke Tobi Sippel mit einer Glanzparade den einen Punkt für den FCK fest in seinen Händen hielt. Sein eigenes Geburtstagsgeschenk quasi, da der Lauterer Keeper am Sonntag ja auch seinen 27. Geburtstag feierte.

Die Sicherheitskräfte von vorne... Bild: hh

Die Sicherheitskräfte von vorne…
Bild: hh

In überschäumender Feierlaune war der Pfälzer Anhang nach der Partie sicher nicht, aber durchaus zufrieden. Die Badener auf Abstand gehalten und selbst auf einen direkten Aufstiegsplatz aufgerückt. Blieb nun noch die Rückreise in die Heimat. Wie schon bei der Anreise hatten die Sicherheitskräfte hier offensichtlich alles im Griff. Von vorne bis hinten durchorganisiert. Eine (gefühlte) Armada an Bussen, die den Lauterer Anhang vom Bahnhof zum Stadion und wieder zurück brachte. Das numerische Aufgebot an Polizeikräften ließ klar erkennen, man wollte hier nichts dem Zufall überlassen. Die damit einhergehende (beklemmende) Stimmung mit einkalkuliert.

....bis hinten durchorganisiert Bild: hh

….bis hinten durchorganisiert
Bild: hh

Aber wer genau hingeschaut hat, sah Beklemmung und Unsicherheit auf jeder der beiden Seiten. Schade, dass ein Fußballspiel sowas notwendig zu machen scheint. Lösungen es anders zu machen scheinen jedenfalls in weiter Ferne und nicht so sehr in Sicht, wie es die Tabellenspitze für den FCK derzeit ist.

mg

 

 


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