Mit neuem System zum verdienten Auswärtserfolg

Die Roten Teufel sichern sich drei Punkte gegen Uerdingen- Timmy Thiele trifft doppelt

Körpertäuschung ZUR torvorbereitung, Florian Pick (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Körpertäuschung zur Torvorbereitung, Florian Pick (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Mit einem 4:2 Sieg gegen den ambitionierten Aufsteiger KFC Uerdingen sicherte sich der FCK gestern Abend in Duisburg drei hochverdiente Auswärtspunkte. Vor offiziell 5.356 Zuschauern, darunter mehr als 1.500 mitgereiste Lauterer Fans, gingen die in der Duisburger Arena an der Wedau eingemieteten Krefelder zunächst mit 1:0 in Führung. Durch ein Traumtor von Maximilian Beister in der 10. Minute. Die Roten Teufel hielten dagegen, kamen in der 16. Minute durch einen nicht minder schönen Treffer von Florian Pick zum Ausgleich. Wenig später gelang Christian Kühlwetter die Führung (18.). Nach dem Wechsel ließ der FCK nicht nach und so markierte Timmy Thiele in der 54. Minute das 3:1 für den FCK. Der schnelle und emsige Thiele war es auch, der in der 73. Minute mit seinem zweiten Treffer zum 4:1 die Vorentscheidung markierte. Frustrierte und defensiv höchst anfällige Uerdinger kamen zwar noch zum Anschlusstreffer durch Adriano Grimaldi (79.), doch am Ende sollte dies am verdienten Auswärtserfolg der Roten Teufel nichts mehr ändern.

Mehr als 1.500 Lauterer Fans unterstützten die Mannschaft gestern in Duisburg (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Mehr als 1.500 Lauterer Fans unterstützten die Mannschaft gestern in Duisburg (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Es war einer der Kritikpunkte, die vor allem die FCK-Fangemeinde dem Vorgänger von Trainer Sascha Hildmann ans Revers heftete. Die fehlende Flexibilität im Spielsystem. Eine Zielsetzung, die Sascha Hildmann seit seinem Amtsantritt im Dezember 2018 öfter äußerte, der Mannschaft künftig mehr als nur ein Spielsystem überstreifen zu wollen. Beim gestrigen Auswärtserfolg gingen die Roten Teufel erstmals in einer 3-5-2 beziehungsweise 3-2-3-2 Formation aufs Feld. Theo Bergmann und Jan Löhmannsröben durften von Anfang an ran, Gino Fechner und Janek Sternberg nahmen auf der Bank Platz. „Ich wollte das Zentrum stärken“, begründete Hildmann die von außen betrachtet ungewohnte Startaufstellung. Vom Anpfiff weg entwickelte sich eine muntere Partie, bei der die Hausherren zunächst äußerst konzentriert zu Werke gingen und gewillt schienen ihre Negativserie von 11 sieglosen Spielen beenden zu wollen. Die Krefelder hatten in punkto Verwertungserfolg zunächst die Nase vorn.

Das 2:1 für den FCK, Christian Kühlwetter dreht jubelnd ab (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Das 2:1 für den FCK, Christian Kühlwetter dreht jubelnd ab (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Die Hausherren am Lauterer Sechzehner bemüht die Lücke zu finden, die FCK-Defensive konnte zentral an der eigenen Strafraumgrenze das Leder nicht entscheidend genug aus der Gefahrenzone befördern, der Ball landete bei Maximilian Beister, der aus mehr als 25 Metern beherzt und elegant abzog und den Ball mit einem gekonnten Schlenzer in den linken oberen Winkel beförderte (10.). Ein Traumtor, bei dem Lennart Grill machtlos war. Doch die Marke Traumtor durfte am gestrigen Abend nur 6 Minuten nach der Führung der Hausherren gleich ein zweites Mal in der Statistik festgehalten werden. Nach einer Ecke von Dominik Schad eine Flanke von rechts, Kapitän Dominic Maroh auf Uerdinger Seite konnte den Ball nicht entscheidend klären. Das Leder kam zu Florian Pick, der mit einer Körpertäuschung Adriano Grimaldi ins Leere laufen ließ, aus knapp 20 Metern einen ebenso sehenswerten Schlenzer ansetzte und die Kugel in den rechts oben im Netz versenkte (16.).

Völlig losgelöst, Christian Kühlwetter (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Völlig losgelöst, Christian Kühlwetter (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Nur zwei Minuten später ein Lauterer Konter. Dominik Schad schickte Timmy Thiele auf rechts, der aus dem Lauf den Ball scharf nach innen brachte, wo Theo Bergmann am kurzen Eck am Fünfmeterraum verpasste und der dahinter postierte und frei stehende Christian Kühlwetter das Leder zur Lauterer Führung nur noch über die Linie bugsieren musste (18.). „Den hat er überragend durchgelassen“, kommentierte der Torschütze augenzwinkernd die Situation, bei der The Bergmann eigentlich schon hätte einnetzen können. Der FCK hatte das Spiel binnen zwei Minuten gedreht. Die roten Teufel blieben weiter am Ball und kamen noch vor dem Pausenpfiff zu weiteren Möglichkeiten. Jan Löhmannsröben hätte in der 28. Minute nach Vorarbeit von Theo Bergmann und Christian Kühlwetter noch erhöhen können, doch sein Abschluss war etwas zu überhastet und ungenau. Kurz vor der Halbzeit tankte sich erneut Timmy Thiele auf der linken Seite durch und zog aufs Tor, doch sein Abschluss wurde von KFC-Keeper Robin Benz abgefangen. Mit der bis dahin verdienten 2:1-Führung ging es in die Pause.

Auch von Kevin Großkreutz nicht zu stoppen, Florian Pick (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Auch von Kevin Großkreutz nicht zu stoppen, Florian Pick (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Beide Teams kamen unverändert aus der Kabine. Der FCK machte überhaupt keine Anstalten nachzulassen und knüpfte nahtlos an den ersten Durchgang an. Der Lohn der Mühe, das frühe 3:1. Bei einem Uerdinger Konter durch Antonio Grimaldi gelingen Carlo Sickinger und Jan Löhmannsröben eine gemeinschaftliche Balleroberung. Jan „Kellogs“ Löhmannsröben schickt mit einem Zuckerpass Timmy Thiele steil, der über rechts in den gegnerischen Strafraum marschiert, bis zum Fünfer aufs gegnerische Tor geht, aus ganz spitzem Winkel abzieht und die Kugel eiskalt in die lange Ecke drischt (54.). Noch nicht einmal 10 Minuten später die nächste Lauterer Chance. Nach einem Ballverlust von Kevin Großkreutz setzte Florian Pick Christian Kühlwetter in Szene, der aus kurzer Distanz zum Abschluss kam, doch Robin Benz im Tor der Uerdinger behielt die Nerven und verhinderte das vierte Lauterer Gegentor (62.). Zunächst jedenfalls.

Engagiert wie immer, Sascha Hildmann an der Seitenlinie (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Engagiert wie immer, Sascha Hildmann an der Seitenlinie (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Auch wenn die Krefelder defensiv vieles vermissen ließen, was eine Mannschaft mit Aufstiegsambitionen mitbringen sollte, so blieb die Mannschaft von Trainer Frank Heinemann dennoch bemüht offensiv noch was zu reißen. Nach einem Eckball landet der Ball bei Maximilian Beister, der sofort abzog und den Ball an den Pfosten donnerte (66.). Hier wäre Lennart Grill machtlos gewesen. Endgültig den Deckel drauf machte dann erneut der Stürmer mit der Rückennummer 9. Christian Kühlwetter schickte Dominik Schad. Der marschierte über rechts bis zur Grundlinie, passte den Ball in den Rücken zweier Uerdinger Abwehrspieler wo der mitgelaufene Timmy Thiele freistehend nur noch den Fuß hinhalten musste und zur Vorentscheidung vollendete (73.). Für den langen Angreifer der Roten Teufel geht damit der lang gehegte Wunsch in Erfüllung, mal gleich zwei Treffer in einer Partie zu markieren. „Ich arbeite täglich daran. Langsam trägt es Früchte“. Timmy Thiele freute sich diebisch über den Doppelpack am gestrigen Abend.

Torjubel nach seinem ersten Treffer zum 3:1, Timmy Thiele (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Torjubel nach seinem ersten Treffer zum 3:1, Timmy Thiele (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Aber auch die Hausherren durften in der Schlussviertelstunde nochmal mit einer Offensivaktion glänzen. Der eingewechselte Stefan Aigner ging über rechts, legte quer auf Adriano Grimaldi, der aus kurzer Distanz das 4:2 markierte (79.). In den letzten 10 Minuten ließ die Mannschaft von Sascha Hildmann dennoch nichts mehr anbrennen und kam selbst noch zu guten Möglichkeiten. Zunächst scheiterte Christian Kühlwetter erneut an Robin Benz (80.), der im Kasten der Uerdinger wesentlich dazu beitrug, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Auch Kevin Kraus per Kopfball und im Nachschuss Carlo Sickinger hätten noch was drauflegen können, doch auch hier war der Keeper der Krefelder zur Stelle (84.). Auch ein Schuss von Timmy Thiele nach einer Lauterer Ecke fand den Weg nicht mehr ins Tor (88.) und so blieb es am Ende beim hochverdienten 4:2 Sieg des FCK.

Erzielt das 4:1, Timmy Thiele (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Erzielt das 4:1, Timmy Thiele (Foto: www.der-betze-brennt.de)

„Das war unser bestes Auswärtsspiel“, strahlte Florian Pick nach dem Schlusspfiff. „Der Ball lief gut“, resümierte der quirlige Torschütze zum 1:1, der mit seinem eigenen Tempospiel gestern Ex-Nationalspieler Kevin Großkreuz die Grenzen aufzeigte. Gleichzeitig zeichnete er den neuen Rasen in der Duisburger Arena, auf dem er seine Dribblings mit viel Lust und Laune zelebrieren konnte, mitverantwortlich für den Lauterer Sieg. Insgesamt erfreulich, dass die Jungs von Sascha Hildmann die drei Punkte nicht einfach nur mit einer engagierten kämpferischen Leistung, sondern mit höchst ansehnlichen spielerischen Elementen einfuhr. Was die Verantwortlichen bereits in der Vorrunde gebetsmühlenartig predigten, die Mannschaft müsse sich finden und zusammenwachsen, scheint nun langsam Früchte zu tragen. Sascha Hildmann scheint im Kern seine Stammformation gefunden zu haben, die sich von Partie zu Partie auch spielerisch zu steigern scheint. Wenn Konzentration, Präzision Einsatzwille stimmen.

Torjubel nach dem vierten Lauterer Treffer (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Torjubel nach dem vierten Lauterer Treffer (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Am kommenden Samstag gastiert Tabellenschlusslicht VfR Aalen am Betzenberg. Die werden nichts mehr zu verlieren haben. Auch und gerade deshalb gilt es, dem Gegner nicht mit Überheblichkeit und krasser Fehleinschätzung zu begegnen. Aber Trainerfuchs Sascha Hildmann wird auch dafür eine Lösung haben und so wie man seine bisherige Arbeit wahrnehmen kann wird auch die kommende Trainingswoche ganz sicher kein Spaziergang für seine Jungs werden. Egal auf welchem Rasen.

mg


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