Dannezappe, Schobbegläser un miede Fieß

Trotz durchwachsenem Wetter bescherte Herbstwanderung einen illustren Tag

Fast das ganze Motto der Tour... (Foto: Pfalzgraf)

Fast das ganze Motto der Tour… (Foto: Pfalzgraf)

Traditionell unternehmen die Queer Devils am Tag der Deutschen Einheit eine kleine Wandertour. Leider waren bei etwas durchwachsenem Wetter nur fünf Unerschrockene der Einladung zur jährlichen Feiertags-Veranstaltung gefolgt. Aber auch die eher überschaubare Truppe, ließ sich die Freude nicht vermiesen und nahm eine kleinere Tour in Angriff, die ein paar hübsche Ecken im Wald südlich von Kaiserslautern einschloss. Schon kurz vor 10 Uhr trudelten die ersten Akteure ein. Alle wetterfest gekleidet. Treffpunkt war am Bahnhof in Kaiserslautern. Von dort ging es mit gemächlichem Schritt in Stadtrandnähe nach Süden, dem ersten Etappenziel entgegen. Den aus dem Jahr 1900 stammenden Humbergturm.

"...also ich sieh nix!" "Dann trinke mer erschdmol ebbes!" (Foto: mg)

„…also ich sieh nix!“ „Dann trinke mer erschdmol ebbes!“ (Foto: mg)

Regnerisch war es schon zu Beginn, aber das spielte keine Rolle. Jacken, Schirme und das richtige Schuhwerk trotzten dem Nass, das da vom Himmel kam. Auf dem Weg hinauf zum großen Humberg gab es auch trotz kleinerer Schauer allerlei Redebedarf. Vor allem das torlose Unentschieden der Roten Teufel am Vortag verlangte noch nach verbaler Nacharbeitung. Natürlich galt es auch sonst die aktuellsten Neuigkeiten abseits des grünen Rasens auszutauschen. Immerhin hatte sich ja auch jemand angeschlossen, der erklärter Nicht-Fußball-Interessierter war. Aber auch sonst war am Wegrand so einiges zu entdecken, weswegen der eine oder andere kleine Halt unausweichlich war, um mal weit nach oben zu schauen oder den Blick auf kleine Details in Bodennähe zu richten. Wenigstens weiß nun jeder, wie man Fichten von Tannen unterscheiden kann und was es mit dem Sammeln von Tannenzapfen so auf sich hat.

Letzte Etappe, vorm letzten Anstieg (Foto: mg)

Letzte Etappe, vorm letzten Anstieg (Foto: mg)

Grund genug, sich bei einer der kleineren Gehpausen nicht nur den Baumwipfeln zuzuwenden, sondern auch dafür zu sorgen, dass die Rucksäcke leichter wurden. Beste Gelegenheit sich der mitgebrachten flüssigen Marschverpflegung und dem zünftigen Backwerk zu widmen. So eine Stärkung tat gut und half auch denen, die nicht so gut zu Fuß sind wieder neue Kräfte zu tanken. So war die Schlussetappe Richtung Aussichtsturm dann auch ein Kinderspiel. Die Belohnung, ein gemütliches Ruheplätzchen und ein beeindruckender Blick auf die Stadt. Vor allem für alle FCK-Fans einmal eine ganz neue, sehr interessante und lohnenswerte Perspektive. Sehenswert, wie sich von hier oben aus betrachtet das ehrwürdige Stadion in das Bild des südlichen Stadtrandes einfügt.

Gemütlichkeit war Trumpf! (Foto: Pfalzgraf)

Gemütlichkeit war Trumpf! (Foto: Pfalzgraf)

Viel los war auf dem Humberg am Tag der Deutschen Einheit. Zahlreiche wanderfreudige Einheimische aus Lautern und Umgebung sowie Gäste von weiter weg nutzten den Feiertag, um sich an der frischen Luft zu bewegen. Unverkennbar, dass unser kleiner Tross sein Herz an den 1.FCK verloren hatte. Aber da oben auf dem anderen Berg hatten noch einige Waldliebhaber mehr ein Päuschen eingelegt, die sich augenscheinlich zu den Roten Teufeln bekannten. Da kommt man gleich viel einfacher ins Gespräch. Beim zweiten zünftigen und weinseligen Vesper wurden so auch schnell Erlebnisse aus der jüngsten Vergangenheit ausgetauscht und kleine Geschichten, wie und wann man zum FCK kam, wurden hin und hergeworfen. Aber genug geredet, es war Zeit noch die mehr als 160 Stufen bis zur Aussichtsplattform hinaufzusteigen. Trotz der tristen Wetterlage, ein unvergleichlicher Blick. Vor allem wer sich nach Süden wendet, dem wird mehr als deutlich vor Augen geführt, dass der Pfälzerwald eben das größte zusammenhängende Waldgebiet der Republik ist. Ein Baumteppich so weit das Auge reicht. Die frische zugige Herbstluft machte nicht nur durstig, sie machte auch hungrig. Also Zeit zum Aufbruch zu rufen und die Kräfte für den Abstieg zu mobilisieren.

Blick auf Lautern vom Humbergturm (Foto: Pfalzgraf)

Blick auf Lautern vom Humbergturm (Foto: Pfalzgraf)

Fröhlich gelaunt und immer noch redselig hat sich die kleine Fußgruppe dann auf den Weg gemacht, vorbei an Naturdenkmalen, durch lichtes Fichten-Dickicht, über Stock und Stein, talwärts. Dort wartete ein gedeckter Tisch am Bremerhof, einem der beliebtesten Ausflugsziele Kaiserslauterns. Auch die weniger geübten Wandersleute in unseren Reihen hatten dann zur späteren Mittagszeit wohlbehalten aber leicht erschöpft die Ziellinie erreicht. Es durfte geschlemmt werden. Bis das Essen auf der Tafel stand, die Platten dann irgendwann geputzt waren und der obligatorische Kaffee das Mahl abrundete, wurden unzählige Geschichten aus längst vergangenen Tagen ausgetauscht. Lustige Geschichten, nachdenkliche Geschichten, hoffnungsfrohe Geschichten, Geschichten von Eskapaden vor diversen Spieltagen, unvorhergesehenen Exkursionen nach dem Besuch beim Bäcker, den Trinkgewohnheiten eines gewissen Kuno K., einem Ausflug im Mannschaftsbus von Hertha BSC, dem Bekenntnis zu einem delikaten Erlebnis auf einem Flokati, schrittweisen tätlichen Übergriffen Kölner Sicherheitskräfte, Knutschereien im Weserstadion und und und…! Ach…was haben wir gelacht…!

Gruppenbild mit Damen (Foto: unbekannt)

Gruppenbild mit Damen (Foto: helldriver)

Dann kam erneut die Zeit zum Aufbruch, da unser rasender Reporter sich am Abend in der baden-württembergischen Landeshauptstadt noch um die Verbaleskapaden einer gewissen Frauke P. zu kümmern hatte. Ausreichend Zeit für ein hübsches Abschluss- und Abschiedsfoto am Bahnhof in Lautern war jedoch allemal noch, ehe die illustre kleine Truppe wieder in alle Himmelsrichtungen zerstreut wurde. Nur schade, dass nicht mehr dabei sein konnten. Aber wer weiß, vielleicht würden wir dann jetzt noch irgendwo rumstapfen. Naja, aber nur bis spätestens zum 24. Oktober, denn da ist ja wieder Heimspiel!

mg

 

 

 

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…und zu anderen Events jede Menge Fotos in der Bildergalerie!

 


Kommentare

Dannezappe, Schobbegläser un miede Fieß — 1 Kommentar

  1. Lieber Mathias, ich sage nur: ohne Worte genial geschrieben. Jede angedeutete Anekdote habe ich kapiert. Übrigens möchte ich nochmal betonen zu euch gehören zu dürfen. Ganz liebe Grüße Edith und natürlich auch von Helga

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