Glücklicher Auswärts-Punkt zementiert das Mittelmaß

Der FCK nimmt zum Abschluß im Fußballjahr 2015 aus Braunschweig einen Zähler mit

1.800 FCK-Fans und erstklassiger Support in Braunschweig (Foto: www.der-betze-brennt.de)

1.800 FCK-Fans und erstklassiger Support in Braunschweig (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Der Spielplan der DFL bescherte dem FCK zum Abschluss des Fußballjahres 2015 eine Auswärts- Partie bei Eintracht Braunschweig. Rund 1.800 Fans in rot und weiß begleiteten ihre Mannschaft am 4. Advent nach Niedersachsen und sahen ein durchwachsenes aber phasenweise flottes Spiel in dem sich am Ende der 1.FCK ein wenig glücklich einen Punkt mit unter den Weihnachtsbaum gelegt hatte. Trotz ordentlicher spielerischer Leistung gelang es der Truppe von Konrad Fünfstück erneut nicht, dem eigenen Offensivspiel einen signifikanten Stempel aufzudrücken. Von fußballerischer Kreativität, fintenreichem Ideenreichtum und brisanter Torgefahr war auch im letzten Match des Jahres 2015 auf Seiten der Roten Teufel nicht viel zu sehen. Dazu in entscheidenden Momenten erneut zu wenig Aufmerksamkeit und Bissigkeit in der Defensive. Nichts jedenfalls, was einer Mannschaft zu Gesicht stünde, die vor der Winterpause möglicherweise noch einmal zu einem kollektiven Halali auf das obere Tabellendrittel blasen wollte.

Ruben Jenssen in Bedrängnis (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Ruben Jenssen in Bedrängnis (Foto: www.der-betze-brennt.de)

So war es eher Fortuna, die der Elf vom Betzenberg zur Seite stand, um gestern nicht bereits zum Pausenpfiff aussichtslos in Rückstand zu geraten. Die Braunschweiger Eintracht hatte wohl noch die Feierlichkeiten zur 120-Jahr-Feier und das schwere Pokalspiel in Stuttgart in den Knochen. Anders ist kaum zu erklären, warum selbst hochkarätigste Chancen vor dem Lauterer Tor bereits in der ersten Halbzeit sträflich ausgelassen wurden. Zum Glück für den FCK! Konrad Fünfstück hatte gleich auf drei Positionen gewechselt und zunächst mit Tim Heubach und Patrick Ziegler erneut eine neue Variante in der Innenverteidigung aufs Feld geschickt. Für den vor Wochenfrist noch gelb-gesperrten Ziegler nahm Stipe Vucur auf der Bank Platz. Dort fand sich auch Lukas Görtler wieder, der nach durchwachsenen Leistungen von Robert Pich ersetzt wurde. Außerdem war nach abgesessener Gelbsperre Daniel Halfar für den verletzten Mateusz Klich zurück in der Anfangsformation.

Konrad Fünfstück ungewohnt statisch (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Konrad Fünfstück ungewohnt statisch (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Der FCK spielte von Anfang an munter mit, hatte sogar die erste Möglichkeit nach einem vermeintlichen Braunschweiger Rückpass im eigenen Strafraum. Der Schuss von Markus Karl landete in der Mauer. Die Braunschweiger kamen nun besser ins Spiel und auch zu ernsten Möglichkeiten. Orhan Ademi verfehlte aus kurzer Entfernung den Kasten von Marius Müller nur knapp (10.). Glück für die Roten Teufel, die in der Phase trotzdem mehr vom Spiel hatten, aber nach vorne einfach zu wenig Gefahr auf den Rasen brachten. Sowas rächt sich und so kam nach einem der flotten Angriffszüge der Löwen über rechts Ofosu-Ayeh zu einer feinen Flanke, die im Zentrum den Fuß von Jan Hochscheidt fand. Tim Heubach nicht energisch genug beim freien Mann und folgerichtig landete das Leder zur Braunschweiger Führung im Netz (30.). In der letzten Viertelstunde drehten die Niedersachsen nun beherzt auf und hatten noch vor dem Pausentee gleich drei hochkarätige Möglichkeiten das Ergebnis noch auszubauen. Aber sowohl Nik Omladic frei vor Marius Müller (35.) und Salim Khelifi, dessen Schuss Daniel Halfar von der Linie kratzen konnte (42.), gelang es nicht die Kugel im Tor unterzubringen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte dann gleich eine Dreierstafette, als das Leder nach einem Schuss von Aulo Decarli zunächst an den Pfosten knallte, der anschließende Kopfball von Joseph Baffo erneut von Daniel Halfar auf der Linie geklärt werden konnte und der dann folgende Nachschuss von Salim Khelifi in den Armen von Marius Müller landete (45.+2). Durchatmen beim FCK. Halbzeitpause.

Tolle Braunschweiger Jubiläums-Choreo (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Tolle Braunschweiger Jubiläums-Choreo (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Beide Mannschaften kamen unverändert aus der Kabine. In punkto Präsenz auf dem Feld blieb es eine muntere Partie. Die Roten Teufel hatten mit Robert Pich die erste, Möglichkeit (46.), die Braunschweiger forderten in der 49. Minute vehement Strafstoss, nachdem Ruben Jenssen sowohl den Ball in seiner Richtung als auch Gegenspieler in punkto Standfestigkeit entscheidend eingegriffen hatte. Die Pfeife von Schiedsrichter Martin Thomsen blieb still. In der 60. Minute dann ein Doppelwechsel beim FCK. Joker Maurice Deville und der emsige Manni Ossei Kwadwo kamen, der blasse Robert Pich und der (noch) formschwache Marcel Gaus gingen. Das Spiel des FCK wurde nach vorne wieder etwas lebendiger. Dennoch fehlten zu oft Genauigkeit, Konzentration und Instinktmomente, um aussichtsreiche Situationen zu Ende zu spielen.

Torjubel nach dem Ausgleich (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Torjubel nach dem Ausgleich (Foto: www.der-betze-brennt.de)

So musste ein Standard für eine Duftmarke herhalten. Der in der 63.Minute für den erneut glücklosen Kacper Przybylko eingewechselte Antonio Colak löste sich vor einer Ecke im Braunschweiger Strafraum geschickt von seinem Bewacher. Den von Jean Zimmer servierten Ball netzte der lange Angreifer abgeklärt ins lange Eck (75.). In der letzten Viertelstunde ließen bei den Braunschweigern merklich die Kräfte nach. Der FCK bot zu wenig, um einen müden Gegner mit wirklich druckvollem Spiel und klaren Möglichkeiten noch mehr in Verlegenheit zu bringen, oder dem Jubiläums-Gegner gar in den Schlussminuten die Butter noch ganz vom Brot zu nehmen. So blieb es bei einem für den FCK alles in allem etwas glücklichen Remis.

Die Mannschaft am Mittelkreis (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Die Mannschaft am Mittelkreis (Foto: www.der-betze-brennt.de)

So endet das Fußballjahr in der Saison 2015/2016 auf dem 8. Tabellenplatz, mit jeweils „sicheren“ Distanzen zu den Relegationsplätzen. Bei entsprechendem Ausgang der letzten Partie am heutigen Montagabend zu dem unten drin mindestens 7 Punkte, vielleicht gar 10. Zu dem oben an der Sonne in jedem Fall 7 Punkte. Mehr Mittelmaß geht kaum. Die Kurve allerdings war auch in Braunschweig wieder erstklassig, optisch wie akustisch. Immerhin hatte der Lauterer Anhang in punkto Support gegen ein fast ausverkauftes Stadionrund und einen in Jubiläums-Feierlaune schwelgenden heimischen Anhang anzukämpfen. Erstklassigkeit insofern in beiden Lagern auf den Rängen. Träumen von der sportlichen Erstklassigkeit dürfen über die Winterpause allerdings lediglich die Niedersachsen, deren Abstand auf den Relegationsplatz oben lediglich 4 Zähler beträgt.

Dank an die mitgereisten Fans (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Dank an die mitgereisten Fans (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Man hat an der Oker also durchaus noch Aufstiegschancen, deutlich bessere jedenfalls, als der Traditionsverein aus der Pfalz, bei dem man nun unterm Weihnachtsbaum zunächst einmal heilfroh sein dürfte, genug Distanz zur Abstiegsregion gewahrt zu haben. Von einem Blick nach oben braucht da im Moment ohnehin niemand zu reden. Nach den turbulenten und wechselhaften zurückliegenden Wochen und Monaten kehrt nun erst einmal Ruhe ein. Ruhe die zumindest im sportlichen Umfeld dringend nötig erscheint. Die Vorbereitung und die verbleibenden Partien nach der Winterpause bergen genug Herausforderungen und Baustellen, die es zu lösen oder zumindest zu entzerren gilt. Konrad Fünfstück sprach bereits von einer ganzen Reihe von Hausaufgaben, die man mit in die Winterpause nimmt. Viel Zeit wird nicht bleiben, um sie auch abzuarbeiten und einfach wird auch der noch verbleibende und zu spielende Rest der Saison nicht werden. Aber was war in den letzten Jahren rund um den Betzenberg denn schon einfach. Na dann, erst mal fröhliche Weihnachten…

mg


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