CSD Rhein-Neckar 2015 – „Was wollt Ihr denn noch?“

CSD der Metropolregion thematisiert auch Homophobie im Sport

CSD-Motto 2015 (Quelle csd-rhein-neckar)

CSD-Motto 2015 (Quelle csd-rhein-neckar)

Der CSD Rhein-Neckar gehört in Mannheim und der Metropolregion Rhein-Neckar längst zu einer festen Größe im jährlichen Veranstaltungskalender und ist eines der größten Events seiner Art im Südwestdeutschen Raum. Seit Anfang Juli läuft bereits das offizielle Rahmenprogramm des CSD 2015, das mit der CSD-Gala im Mannheimer Stadthaus N1 (06.08.), dem Straßenfest im Ehrenhof des Mannheimer Schlosses (08.08.) und der Demoparade mit Abschlusskundgebung in der Mannheimer Innenstadt (08.08.) sicher seine Highlights hat. Mit zwei Mega-Dance-Events am 08.08., der legendären Himbeerparty in der Alten Feuerwache und dem seit Jahrzehnten bekannten Gaywerk im MS Connexion, findet auch dieses Jahr der CSD der Rhein-Neckar-Region seinen Schlusspunkt.

Highlights des CSD 2015 (Quelle csd-rhein-neckar)

Highlights des CSD 2015 (Quelle csd-rhein-neckar)

Unter dem diesjährigen CSD-Motto „Was wollt Ihr denn noch?“ wollen die Organisatoren bewusst provozieren und nachdenklich machen. Natürlich treten Menschen aus allen LGBT-Bereichen längst deutlich stärker, selbstbewusster und sichtbarer in der Öffentlichkeit auf als je zuvor. Dennoch gibt es noch immer keine volle Gleichberechtigung und auch Diskriminierung findet in zahlreichen Lebensbereichen immer noch statt.

Zahlreiche Angebote des diesjährigen Rahmenprogramms beleuchten Teile dieser aktuellen gesellschaftlichen Diskussion. Bei den im Veranstaltungskalender noch verbleibenden Events fallen auch in diesem Jahr zwei Podiumsdiskussionen auf, die sich speziell dem Sport-Bereich widmen. Am kommenden Montag, den 27.07.2015 um 19 Uhr, findet in den VIP-Räumen des VfR Mannheim (Theodor-Heuss-Anlage 19, 68165 Mannheim) eine Podiumsdiskussion zum Thema „Homophobie im Fußball“ statt.

Wie auch 2014 hat der CSD-Rhein-Neckar zusammen mit dem Badischen Fußballverband auch in diesem Jahr eine hochkarätige Diskussionsrunde zusammengestellt. Nadine Imhof (Vizepräsidentin des Badischen Fußballverbandes), Jürgen Ehrmann (Cheftrainer der Frauen-Bundesligamannschaft der TSG 1899 Hoffenheim), Michael Mattern (Funktionär im Mannheimer Frauenfußball vom TSV Neckarau), Sören Landmann (Beauftragter für Chancengleichheit von LSBTI der Stadt Mannheim) und Sven Wolf (Ansprechpartner für Homosexualität im Badischen Fußballverband und Geschäftsführer des gastgebenden VfR Mannheim) werden die Frage beleuchten „Sind die Frauen weiter als die Männer?!“.

Homophobie im Fußball - sind die Frauen weiter als die Männer? (Quelle VfR Mannheim)

Homophobie im Fußball – sind die Frauen weiter als die Männer? (Quelle VfR Mannheim)

Eineinhalb Jahre ist es nun her, dass der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger sich als schwul outete und für einige Wochen die deutsche und zum Teil auch die internationale Medienwelt füllte. Eine Zeit, in der das Thema „Homosexualität im Fußball“ auch in Deutschland so richtig in Bewegung geriet. Doch was hat sich seither getan, fragen sich vor allem diejenigen, die bereits davor und mittlerweile wohl mehr denn je gegen Homophobie im Fußball und auch in der Gesellschaft kämpfen. Gibt es eine größere Toleranz, gar eine höhere Akzeptanz? Hat dieses Thema vielleicht aber auch wieder die homophoben Vorurteile und Ressentiments aus der Versenkung geholt, an die man längst einen Haken gemacht hatte?

Laden zum Diskutieren - QueerSozis, SPD Heidelberg (Quelle queer-sozis-hd-rn)

Laden zum Diskutieren – QueerSozis, SPD Heidelberg (Quelle queer-sozis-hd-rn)

Gibt es im deutschen Fußball sogar einen Unterschied von Toleranz und Akzeptanz zwischen den Männern und den Frauen? Während Hitzlspergers Coming Out bis ins kleinste Detail beleuchtet und teilweise auch kritisch kommentiert wurde, berichtete man beispielsweise über die Hochzeit von Steffi Jones, DFB-Direktorin für Frauen- und Mädchenfußball sowie Damen-Bundestrainerin in spe, wie selbstverständlich und ohne Untertöne. Diese und viele weitere Fragen sollen am kommenden Montag von den Podiumsteilnehmern näher beleuchtet werden. Moderiert wird die Veranstaltung wie schon im letzten Jahr vom freien Journalisten Roland Bode. Alle Interessierte sind zum Zuhören und Mitdiskutieren eingeladen.

Einen ähnlichen Tenor stimmt die zweite Veranstaltung des diesjährigen CSD-Kalenders an. Auch der SPD-Kreisverband Heidelberg Neckar lädt mit den QueerSozis zu einer Podiumsdiskussion ein. Unter dem Motto „Abpfiff! Homo- Trans* und Inter*phobie im Sport“ soll eine Standortbestimmung zur Situation im Sport im Allgemeinen vorgenommen werden. In den zurückliegenden Jahren wurde rund um das Thema vor allem Homophobie im Fußball beleuchtet. Doch wie ist es beispielsweise um den Breitensport bestellt? Welche Erfahrungen machen Trans- und Intersexuelle im Umfeld der Sportkultur? Wie groß werden Akzeptanz und Fair Play untereinander im Sport wirklich geschrieben?

CASD-Strassenfest 2014 (Quelle csd-rhein-neckar)

CSD-Strassenfest 2014 (Quelle csd-rhein-neckar)

Unter der Moderation von Johannah Illgner (Feministisches Netzwerk Heidelberg) werden Michaela Engelmeier (MdB und Sportpolitische Sprecherin der SPD- Bundestagsfraktion), Stefan Spengler (Eintracht- Fanclub Regenbogenadler e.V.), Thomas Türk (Vereint in sportlicher Vielfalt – mvd) und Sven Wolf (Badischer Fußballverband, Geschäftsführer VfR Mannheim) hier Einblicke in Sichtweisen und Erfahrungen geben. Die Veranstaltung findet am 03.08.2015 im Literatur-Café (Poststraße 15) in Heidelberg statt und beginnt um 20.00 Uhr.


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