Torwand und Regenbogenschals im Mittelpunkt

Queer Devils spielen zweihundert Euro für Spende ans NLZ des 1.FCK ein

Regenbogenbunter Anlaufpunkt der Queer Devils beim Stadionfest (Foto: mp)

Regenbogenbunter Anlaufpunkt der Queer Devils beim Stadionfest (Foto: mp)

Das Stadionfest des 1.FC Kaiserslautern ist seit Jahren ein fester Bestandteil des Terminkalenders der Queer Devils. Auch in diesem Jahr war es für uns selbstverständlich Bestandteil des Rahmenprogramms zu sein. Mit unserem neuen Pavillon hatten wir einen ansprechenden Rahmen für unseren Infostand, bei dem es so einiges zu entdecken und zu erleben gab. Das Highlight in diesem Jahr war ein Torwandschießen, bei dem es um attraktive Preise ging. Immerhin 30 Besucher des Stadionfestes aus allen Altersgruppen hatten sich für ein Gewinnspiel registrierten lassen, um vor allem um ein besonderes FCK-Trikot. Mindestens genauso viele hatten außer Konkurrenz Ihre Fertigkeiten beim Umgang mit dem Ball unter Beweis gestellt. Immerhin 200 Euro hat das Gewinnspiel eingebracht, die wir als Spende dem 1.FC Kaiserslautern für das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) am Fröhnerhof überreichen werden. Am Ende lieferten sich zwei Teilnehmer ein umkämpftes und spannendes Rennen um Platz eins, das Dominik Plegniere (19) aus Eisenberg letztlich für sich entscheiden konnte. Weiterlesen

Gegen Mitternacht war die Tinte trocken

Die Queer Devils werden heute auf den Tag genau 10 Jahre alt

Die vom 1.FCK verliehene Gründungsurkunde - damals war "Rossi" noch Fanbetreuer (Foto: qd)

Die FCK-Gründungsurkunde – da war „Rossi“ noch Fanbetreuer (Foto: qd)

Auf den Tag genau heute vor 10 Jahren – um etwa diese Uhrzeit – wurden die Queer Devils gegründet! Bei einer zähen und langen Gründungsversammlung, die um 19.45 Uhr begann und erst kurz vor Mitternacht ihr Ende fand. Dem vorausgegangen waren wochenlange Überlegungen, die zwischen etwas mehr als einem Dutzend Interessenten regelmäßig ausgetauscht wurden. Für den 21. Juli 2007 wurde dann zu einer Gründungsversammlung in die Räume der AIDS-Hilfe Kaiserslautern, in die Pariser Straße eingeladen. Bei den mehrstündigen Diskussionen ging es auch darum, ob die Initiative nur als Stammtisch deklariert werden solle, oder ob man Nägel mit Köpfen machen und den Status eines eingetragenen Vereins anstreben solle. Auf letzteres fiel die Wahl und daher wurde lange über eine für alle passende Satzung gerungen und diskutiert. Sprichwörtlich am Ende jenes Tages stand die formale Gründung des FCK-Fanclubs Queer Devils auf dem Papier, mit dem Status eines eingetragenen Vereins! Nur eines war an jenem Abend keinerlei Diskussion wert. Das Bekenntnis zum traditions- und ruhmreichen 1.FC Kaiserslautern. Weiterlesen

Abgekratzt, weggewischt, aussortiert, angemalt

FCK-Fans leisten Arbeitseinsatz bei der Aktion „Glanzparade“ im Fritz-Walter-Stadion

Überall wurde am Samstag gefegt, gepinselt, geräumt (Foto: 1.FC Kaiserslautern)

Überall wurde am Samstag gefegt, gepinselt, geräumt (Foto: 1.FC Kaiserslautern)

Der Vorschlag kam aus der Fangemeinde. Vor Jahren schon. Mehrfach. Gehör fand die Idee bei den Verantwortlichen des 1.FCK in den weiter zurückliegenden Jahren wenig. Bisweilen begegnete man ihr sogar mit offener Ablehnung. Als Gründe wurden stets versicherungsrechtliche Bedenken, formale Hürden oder einfach schnöde Terminkonflikte in die Waagschale geworfen. Doch in schwierigen Zeiten gilt vielleicht mehr denn je das Motto, „geht nicht, gibt’s nicht“! Deshalb war es am vergangenen Samstag dann auch endlich soweit. Der 1.FCK hatte den Wunsch zahlreicher Fans aufgegriffen und zu einem Arbeitseinsatz ins Fritz-Walter-Stadion aufgerufen. Unter dem Motto „Glanzparade, wir machen den Kasten sauber“, mobilisierte der Verein über seine Social-Media-Kanäle und über die Webseite seine Mitglieder und die Fan-Gemeinde und bat um Unterstützung, das in die Jahre gekommene Fritz-Walter-Stadion vor dem Auftakt der Saison 2017/2018 zumindest vom gröbsten Dreck zu befreien. Auch vier Mitglieder aus unseren Reihen hatten sich für den Arbeitseinsatz am letzten Samstag online registriert. Am Ende darf man die Aktion in mehrfacher Hinsicht als großen Erfolg werten. Weiterlesen

Erinnerung an den „Mordskerl“ aus Kaiserslautern

Einweihung eines Werner-Kohlmeyer-Gedenksteins zum Jahrestag der WM 1954

Hans Walter (li.) würdigte in seiner Ansprache Werner Kohlmeyer als Sportler und Kamerad (Foto: mg)

Hans Walter (li.) würdigte in seiner Ansprache Werner Kohlmeyer als Sportler und Kamerad (Foto: mg)

Bereits am vergangenen Dienstag wurde auf dem Friedhof in Kaiserslautern ein Mann gewürdigt, dessen Name untrennbar mit dem 1.FC Kaiserslautern verbunden ist. Werner Kohlmeyer. Anlässlich des Jahrestages zum Gewinn der Weltmeisterschaft am 4. Juli 1954 wurde offiziell ein Gedenkstein zu Ehren des ehemaligen Nationalspielers und FCK-Profis eingeweiht, der viel zu früh bereits 1974 im Alter von nur 49 Jahren an Herzversagen verstorben war. Rund 50 Gäste wohnten der Zeremonie auf dem Gräberfeld 27 des Kaiserslauterer Friedhofs bei. Darunter auch die Kinder von Werner Kohlmeyer, Tochter Gabriele und Sohn Werner (Junior). Anwesend natürlich auch Horst Eckel, ebenso wie Kohlmeyer WM-Held von 1954, langjähriger FCK-Spieler und Freund Werner Kohlmeyers, den er stets liebevoll „Kohli“ nannte. Unter den Gästen fanden sich außerdem FCK-Alt-Präsident und FCK-Ehrenmitglied Norbert Thines sowie Thomas Gries, Vorstandsvorsitzender des 1.FCK. Auch unser Fanclub war mit vier Teilnehmern vor Ort. Weiterlesen

Queere Antidiskriminierungsarbeit in schwierigem Umfeld

Philipp Reis referiert über die Situation queerer Fußball-Fanclubs in Deutschland

Trierer Fans zeigten in Homburg homophobes Tranparent (Foto: Grenzwertig)

Trierer Fans zeigten in Homburg homophobes Tranparent (Foto: Grenzwertig)

Am Donnerstagabend fand der letzte Veranstaltungsbeitrag der Queer Devils zur PRIDE WEEK KL 2017 statt. Gut 20 Besucher hatten dafür den Weg ins Jugend- und Programmzentrum (JUZ) der Stadt Kaiserslautern gefunden. Unter dem Titel „Homosexualität und Fankultur“ stellte Philipp Reis aus Berlin, Student an der Freien Universität Berlin, die vorläufigen Ergebnisse seiner Forschungsarbeit vor. Mit diesem Thema schließt der Sozial- und Kulturanthropologe derzeit seinen Master ab. Der Schwerpunkt seines Studiums ist Sportethnologie und hierbei vor allem Antidiskriminierungs- und Integrationsarbeit im Sport und im Fußball. Er hat selber lange Vereinsfußball gespielt und geht regelmäßig ins Stadion. Dabei sind ihm schon immer verschiedene Formen der Diskriminierung aufgefallen. Anlass genug, sich dem Thema auch einmal wissenschaftlich zu nähern und hierbei im Besonderen homosexuelle Fußballfans in Stadien und in den Fanszenen in den Fokus zu rücken. Wie gehen sie mit bestimmten Vorstellungen von Männlichkeit um? Wie positionieren sie sich? Dazu hat er im Zuge seiner Recherchen in zahlreichen Interviews mit vielen verschiedenen Akteuren aus der Szene gesprochen, auch mit den Queer Devils. Weiterlesen

Von Corporate Social Responsibility bis zur Sammelbüchse

Lebhafte Diskussion rund um das soziale Engagement von Vereinen und Fans

Der Journalist Ronny Blaschke präsentiert seinen neuen Buchtitel (Foto: mg)

Der Journalist Ronny Blaschke präsentiert seinen neuen Buchtitel (Foto: mg)

Interessante Fakten und kritische Anmerkungen zum sozialen Engagement der Profivereine im deutschen Fußball und dem Profisport allgemein gab es bei der gestrigen Veranstaltung im Presseraum des Fritz-Walter-Stadions. Ronny Blaschke, Journalist und Buchautor, Sport- und Politikwissenschaftler, gab tiefe Einblicke in die Rechercheergebnisse zu seinem neuen Buchtitel „Gesellschaftsspielchen“. Rund 25 Besucher lauschten aufmerksam beeindruckenden, aber auch ernüchternden Zahlenspielen rund um die Geldmaschine Fußball-Bundesliga, die sich bisweilen auch anschickt eher bescheidene Euro-Beträge aus dem Millionenspiel in sozialen Projekten ganz unterschiedlicher Facetten unterzubringen. Corporate Social Responsibility lautet das zentrale Zauberwort, wenn sich Profivereine entlang ihrer Millionenetats auch Investitionen rund um ihr gesellschaftliches Umfeld auf die Fahnen schreiben. Nicht immer überzeugend, nicht immer nachhaltig, bisweilen gar mit auffälligen Widersprüchlichkeiten behaftet. Weiterlesen

Ein ganzes Wochenende im Zeichen des Regenbogens

Von Freitag bis Sonntag gleich sechs Veranstaltungen im Rahmen der PRIDE WEEK

Süßes Jubiläumsgeschenk, die Geburtstagstorte für die Queer Devils (Foto: mg)

Süßes Jubiläumsgeschenk, die Geburtstagstorte für die Queer Devils (Foto: mg)

Es war ein rundum gelungenes und tolles Wochenende! Auch wenn es insbesondere für die Verantwortlichen der RosaTeufel und der Queer Devils bei der Umsetzung ihrer Event-Beiträge drei anstrengende Tage waren. Mit gleich fünf Veranstaltungen, die sich von Freitag bis Sonntag wie an der Perlschnur aufreihten, boten die beiden dem Fußballsport nahestehenden Lauterer Initiativen im Rahmen der PRIDE WEEK KL einen wahren Veranstaltungsreigen an. Hinzu kam am Samstagabend noch die über Lautern hinaus bekannte und beliebte umgekramt-Party im Kramladen der TU Kaiserslautern. Die Laune aller Organisatoren aus den Reihen der queeren Fußballer und des FCK-Fanclubs war dann auch spätestens nach dem knappen 1:0 Sieg des 1.FC Kaiserslautern und dem damit verbundenen Klassenerhalt des pfälzischen Traditionsvereins in Liga zwei, wie das Wetter am Sonntagnachmittag, strahlend und sonnig! Weiterlesen

Vom Anfang bis zum Ende Pipi in den Augen

Ein Tag voller Emotionen – der 1.FCK sichert am letzten Spieltag mit einem Heimsieg die Klasse

Beeindruckende Choreographie der Frenetic Youth vor dem Anpfiff (Foto: Thomas Füssler)

Beeindruckende Choreographie der Frenetic Youth vor dem Anpfiff (Foto: Thomas Füssler)

Es waren nicht nur die 90 Minuten auf dem Platz, die in Kaiserslautern am gestrigen letzten Spieltag der zweiten Liga für viele Emotionen sorgten. Schon Stunden vor dem Anpfiff war die Stadt am Fuße von Deutschlands legendärem Fußballberg angefüllt von einem greifbaren Knistern. Bereits am frühen Vormittag waren überall teufelsrote Tupfer in den Gassen der Altstadt und rund um den Stiftsplatz zu sehen. Tausende Fans folgten dem Aufruf der Ultra-Gruppen, sich nahe der Stiftskirche zu sammeln und sich einem Fanmarsch zum Stadion anzuschließen, um an der Auffahrt zum Betzenberg für den Mannschaftsbus Spalier zu stehen. Ein Gänsehautgefühl, das auch einige der Profikicker im Dress der Roten Teufel tief beeindruckte. Aber auch im Stadion zelebrierten die Fans des 1.FCK schon vor dem Anpfiff, während der spannenden Partie sowie lange nach Spielende zahlreiche Momente, die unter die Haut gingen. Dabei ging es gestern nicht etwa um Titel, einen Pokal oder eine Chance zum Aufstieg. Es ging letztlich nur darum, die drohende Relegation und die Gefahr des Abstiegs in die sportliche Drittklassigkeit zu vermeiden und die damit verbundene Voraussetzung, den Traditionsverein auch wirtschaftlich in der kommenden Saison am Leben zu erhalten. Weiterlesen

Umgangskultur verlangt mehr gegenseitigen Respekt

Lebhafte Gesprächsrunde bei der gestrigen Podiumsdiskussion am Betzenberg

Podiumsteilnehmer,von links, Sven Wolf, Raphael Holzdeppe, Moderator Holger Schröder, Martin Wagner, Horst Konzok (Foto: 1.FC Kaiserslautern )

Podiumsteilnehmer,von links, Sven Wolf, Raphael Holzdeppe, Moderator Holger Schröder, Martin Wagner, Horst Konzok (Foto: 1.FC Kaiserslautern )

Im Rahmen der PRIDE WEEK KL 2017 hatten die Queer Devils und der 1.FC Kaiserslautern am gestrigen Abend in den Presseraum des Fritz-Walter-Stadions zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Moderator Holger Schröder (RPR1.) diskutierte mit dem Stabhochsprungweltmeister Raphael Holzdeppe, dem Ex-Fußballprofi und Deutschen Fußballmeister Martin Wagner, Rheinpfalz-Redakteur Horst Konzok und mit Sven Wolf, dem Ansprechpartner Homosexualität beim Badischen Fußballverband und Mitglied der AG Vielfalt beim DFB über Entwicklungen der Umgangskultur im Profisport. Immerhin fast 60 Besucher lauschten bei der gelungenen Veranstaltung den Erfahrungen, Erlebnissen und Sichtweisen der Akteure am Mikrofon, ehe im Anschluss noch eine lebhafte Publikumsdiskussion entstand. Weiterlesen

Ein bitterer Dämpfer im Abstiegskampf

Der 1.FCK verliert sein vorletztes Heimspiel gegen den FC St.Pauli

Enttäuschung nach dem Abpfiff, Daniel Halfar und Torschütze Marcel Gaus (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Enttäuschung nach dem Abpfiff, Daniel Halfar und Torschütze Marcel Gaus (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Eine stolze Kulisse gestern Abend. Immerhin 35.781 Besucher wollten das Heimspiel des FCK gegen den FC St.Pauli sehen, wollten miterleben wie sich die Roten Teufel im Abstiegskampf befreien und im Kampf gegen den drohenden Abstieg in Liga 3 einen entscheidenden Schritt machen. Am Ende  Enttäuschung und Ernüchterung. Die Kiezkicker hatten sich mit einer überzeugenden Leistung und über die gesamte Spieldauer auch verdient die big points gesichert und mit nach Hamburg genommen. Nach einer torlosen ersten Halbzeit markierte Aziz Bouhaddouz kurz nach Wiederanpfiff per Kopf das 0:1 (49.). In der 69. Minute machten die Gäste nach einem blitzsauber herausgespielten Konter durch Christopher Buchtmann den Deckel drauf und erhöhten auf 0:2. Der Anschlusstreffer von Marcel Gaus in der 90. Minute kam letztlich zu spät. Der FCK bleibt mit 38 Punkten weiter auf Rang 12, könnte rechnerisch bis zum Ende des Spieltages noch auf den 14. Tabellenplatz abrutschen, während St. Pauli sich mit dem gestrigen Dreier und nunmehr 41 Punkten seiner Abstiegssorgen entledigt hat. Weiterlesen