Die nächste Scharte in einer desaströsen Heimbilanz

Der 1.FCK verliert am 24. Spieltag mit 0:1 gegen den TSV 1860 München

Sinnbild für ein ganzes Spiel, Jon Dadi Bödvarsson, Tim Heubach (Foto: Thomas Füssler)

Sinnbild für ein ganzes Spiel, Jon Dadi Bödvarsson, Tim Heubach (Foto: Thomas Füssler)

Gegen kein anderes Zweitligateam war der 1.FCK so lange ungeschlagen, wie gegen die Münchner Löwen! Gestern Abend riss auch diese Serie. Vor heimischem Publikum. In der laufenden Saison im zwölften Heimspiel bereits die fünfte Niederlage der Roten Teufel! Magere 13 Punkte vor heimischem Publikum. Platz 15 in der aktuellen Heim-Tabelle. Der Mythos der Festung Betzenberg scheint endgültig an Zauber verloren zu haben. Allerdings nicht nur auf dem Rasen und in sportlicher Hinsicht. Gerade mal 23.547 Zuschauer wurden als offizielle Besucherzahl bekannt gegeben. Die klaffenden Lücken auf den Tribünen ließen anderes vermuten. Tatsächlich anwesend dürften weit weniger gewesen sein. Trotz der grausamen Anstoßzeit, ohne den Publikumszuspruch mit Zahlen jenseits der 30.000 wird es in diesem Stadion kaum noch einmal sowas wie Spektakel geben, egal wie mitreißend oder eben grottenschlecht da unten auf dem grünen Teppich gekickt wird. So wie gestern Abend übrigens. Dabei kann man der Mannschaft in punkto Einsatz, Willen und Leidenschaft noch nicht mal einen Vorwurf machen. Der 1.FCK war eindeutig die bessere Mannschaft. Es fehlte gestern auch das Glück, das an diesem Abend der Mannschaft von Benno Möhlmann zu Teil wurde, die sich nach ihrem Führungstor in der 18. Minute aufopferungsvoll gegen einen drückenden Gegner wehrten und am Ende Erfolg hatten. Weiterlesen

Mol annerschd uff die Annere geguckt – TSV 1860 München

Zwei Clubs, zwei Biographien, eine (verhaltene) Freundschaft

Symbole der Fanfreundschaft beim Hinspiel im letzten Jahr (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Symbole der Fanfreundschaft beim Hinspiel im letzten Jahr (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Der TSV 1860 München gastiert wieder mal am Betzenberg. Ein Traditionsverein aus der Bayrischen Landeshauptstadt, der sicher nicht auf eine so lange Bundesligazugehörigkeit wie der 1.FC Kaiserslautern blicken kann. Immerhin eine Deutsche Meisterschaft findet sich in den Annalen des Gründungsmitglieds der Bundesliga. In der Saison 1965/1966 gelang der bislang einzige Meister-Titel in der Geschichte des Fußballvereins mit dem Löwen-Emblem. Seither ist die sportliche Situation eher eine Berg- und Talfahrt zwischen erster Liga und den Niederungen des Fußballs. Nach dem Abstieg im Jahre 1970 gelangen in der Saison 1977/1978 und zwischen 1979 und 1981 noch einmal zwei kurze Gastspiele in der höchsten deutschen Spielklasse und zwischen 1994 und 2004 eine zehnjährige Zugehörigkeit zur 1. Liga. Seit der Saison 2004/2005 dümpelt man eher schlecht als recht in der zweiten Liga umher. Immerhin fast 20.000 Mitglieder zählt der Verein heute, 445 registrierte Fanclubs finden sich auf einer entsprechenden Webseitenliste. Seit einigen Jahrzehnten verbindet beide Vereine eine Fanfreundschaft, die zwar immer wieder beschworen wird, aber eine echte Pflege der Verbindung beider Fan-Lager findet heute nicht mehr in dem Maße statt, wie es noch vor zwei Jahrzehnten der Fall war. Weiterlesen

Hinten zu löchrig, vorne zu harmlos, überall zu wenig

Der 1.FC Kaiserslautern verliert im Breisgau nach enttäuschender Leistung mit 2:0

Rund 2.200 treue Fans waren im Breisgau dabei (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Rund 2.200 treue Fans waren im Breisgau dabei (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Es war die Szene, bei der dem FCK-Anhang die Laune im Halse stecken blieb und die den Fans der Roten Teufel die Hände vors Gesicht trieb. Schon kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit agierte der SC Freiburg erneut forsch, aggressiv und mit diszipliniertem Pressing. Marcel Gaus verlor im Mittelfeld an der Außenlinie den Ball an Pascal Stenzel. Die Freiburger schalteten den Offensivgang ein. Der angespielte Florian Niederlechner arbeitete sich nahezu unbedrängt Richtung Strafraumgrenze und zog aus 18 Metern in halbrechter Position ab. Der wuchtige Schuss setzte kurz vor dem aufnahmebereiten Marius Müller noch einmal auf, der Ball verschwand für einen Moment zwischen Brustkorb und angewinkelten Armen des Lauterer Keepers – und rutschte ihm dann aus den Armen zwischen den Beinen durch um fast in Zeitlupe weiter Richtung Torlinie zu kullern und im Tor zu landen. Der SC Freiburg führte 2:0! „Wenn ein Torwart einen Fehler macht, dann ist der Ball halt meistens drin“, analysierte noch vor Wochenfrist Gerry Ehrmann bei der FCK-Hautnah Veranstaltung in Waldsee. Da spielte es schon keine Rolle mehr, dass eben dieser Marius Müller es war, der mit teils waghalsigen und reflexartigen Glanzparaden schon im ersten Durchgang dafür sorgte, dass die teils nachlässigen und pomadig auftretenden Kollegen im Dress der Roten Teufel nur mit einem Rückstand von einem Tor in die Kabine gingen. Weiterlesen

Illustrer Dialog in gemütlich familiärer Atmosphäre

Zu Gast beim FCK-Fanclub Waldsee 80 zur gestrigen FCK-Hautnah Veranstaltung

Gerry Ehrmann, Antonio Colak, Erik Ekesser und Chris Löwe stellten sich in Waldsee den Fragen der Fans (Foto: Initiative Leidenschaft)

Gerry Ehrmann, Antonio Colak, Erik Wekesser und Chris Löwe stellten sich in Waldsee den Fragen der Fans (Foto: Initiative Leidenschaft)

Fleißige Hände hatten das schmucke Clubheim des FCK-Fanclubs Westkurve 80 Waldsee e.V. schon in den frühen Morgenstunden am gestrigen Sonntag herausgeputzt, die Bestuhlung im Innenraum auf die erwarteten Gäste hin ausgerichtet, ein Podium vorbereitet und ausreichend Stehtische und Sitzplätze in Position gebracht, im Außenbereich ein paar Sitzgelegenheiten mit Überdachung aufgebaut, dem Wetter zum Trotz liebevoll gestaltete Getränkekarten in Folie eingeschweißt, Fahnen und Fähnchen, Banner und Spruchbänder aufgehängt. Waldsee war einer von acht Standorten in den Fanregionen, die die FCK Profis bei der diesjährigen Aktion „FCK-Hautnah“ besuchten. Kurz vor 14 Uhr war es dann auch für die mittlerweile fast 90 ungeduldig wartenden Fans so weit. Chris Löwe, Erik Wekesser, Antonio Colak und Gerry Ehrmann fuhren in Begleitung von Sabrina Tröller von der FCK-Fanbetreuung auf den Hof. Weiterlesen

Erneut kurz vor dem Ende Heimsieg verspielt

Rote Teufel verspielen in der letzten Minute zwei sicher geglaubte Punkte

Nur 21.646 Zuschauer verfolgten die gestrige Partie (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Nur 21.646 Zuschauer verfolgten die gestrige Partie (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Der 1.FC Kaiserlautern kassierte im gestrigen Heimspiel gegen den 1.FC Heidenheim in der letzten Minute den Ausgleich und muss sich wie gegen Union Berlin trotz einer überzeugenden Partie mit einem Unentschieden vor heimischer Kulisse zufrieden geben. Schon kurz vor dem Pausenpfiff gingen die Heidenheimer in Führung, ehe dann in der zweiten Halbzeit Markus Karl (55.) und Stipe Vucur (74.) das Spiel zwar zwischenzeitlich drehen, aber das Team das Ergebnis nicht über die Zeit retten konnte. Dennoch lieferten die Roten Teufel eine engagierte und ansehnliche Partie ab und es herrscht Einigkeit, dass für die Jungs von Konrad Fünfstück gestern ein Sieg hochverdient gewesen wäre. Obwohl nur lediglich 21.646 Zuschauer an diesem verregneten, tristen und nasskalten Nachmittag den Weg ins Fritz-Walter-Stadion gefunden hatten, war Feuer drin! Auf dem Rasen wie auf den Rängen. Besonders nach dem Ausgleich herrschte hitzige Atmosphäre auf den Rängen. Nicht zuletzt, weil auch Schiedsrichter Sven Jablonski mit zahlreichen Entscheidungen den hörbaren Unmut der heimischen Kulisse auf sich zog und über die gesamten 90 Minuten insgesamt 6 gelbe Karten und kurz vor Ende auch einmal gelb-rot (Daniel Halfar, 90.+2) zog. Weiterlesen

Fanorganisationen wehren sich gegen Kollektivstrafen

Offener Brief an die UEFA

Kollektivstrafen abschaffen - Fanprotest beim Heimspiel gegen Union November 2013 (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Kollektivstrafen abschaffen – Fanprotest beim Heimspiel gegen Union Berlin, November 2013 (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Rassismus und jede Form von Diskriminierung haben im Fußball nichts zu suchen. Zu dieser Position dürfte es keine zwei Meinungen geben. Vereine und Verbände stehen hier besonders in der Verantwortung. Die seit Jahren von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) praktizierte Sanktions-Politik hingegen findet längst nicht mehr überall Anklang und steht seit Monaten in der Kritik. Bei rassistischen Vorfällen drohen den Vereinen oft Geisterspiele, die durch den europäischen Dachverband verhängt werden. Ursprünglich sollte beispielsweise Dynamo Kiew sein Heimspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen Manchester City eigentlich vor leeren Rängen austragen. Die UEFA hat diese Entscheidung jedoch überraschend geändert und den Fans den Spielbesuch gestattet.
Die organisierten Fans in Europa formieren sich allerdings auf breiter Front gegen Kollektivstrafen. Von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) wird eine Änderung der Disziplinar- und Sanktionspolitik bei Rassismus-Vorfällen gefordert. Rund 100 nationale Dachverbände aus 18 europäischen Ländern, die nach eigenen Angaben 100.000 Anhänger repräsentieren, haben gestern einen offenen Brief an die Mitglieder des UEFA-Exekutivkomitees veröffentlicht. Dazu gehören auch die Queer Football Fanclubs. Gemeinsam mit allen Unterzeichnern unterstützen auch wir als Fanclub des 1.FCK uneingeschränkt diese Initiative. Weiterlesen

Auf euphorische Leidenschaft folgt bittere Ernüchterung

Rote Teufel verspielen leichtfertig eine 2:0 Pausen-Führung – Neuzugang Bödvarsson überzeugt

Wunderkerzen auf der Westtribüne, eindrucksvoller Auftakt (Foto: mg)

Wunderkerzen auf der Westtribüne, eindrucksvoller Auftakt (Foto: mg)

Der 1.FCK kam am gestrigen Freitagabend im heimischen Stadion vor 23.829 Zuschauern trotz einer souveränen 2:0 Pausenführung am Ende nicht über ein 2:2 Unentschieden gegen den 1.FC Union Berlin hinaus. Die Zuschauer sahen in der ersten Halbzeit ein furioses Kampfspiel ihrer Roten Teufel. Ruben Jenssen (34.) und Marcel Gaus (40.) schossen dabei eine sicher geglaubte Führung heraus. Am Ende sorgten zwei unglückliche und unnötige Tore des Gegners noch für ein Remis. Im schlechtesten Fall kann die Mannschaft von Konrad Fünfstück damit am Ende des Spieltages sich noch auf Platz 12 der Tabelle wiederfinden. Debütant Jon Dadi Bödvarsson überzeugte in der Angriffsreihe an der Seite von Kacper Przybylko mit einer engagierten Energie-Leistung. Marcel Gaus bestach als Ersatz für den angeschlagenen Chris Löwe auf der eher ungewohnten linken Abwehrseite mit kompakter Defensivarbeit und mit sehenswerten Akzenten nach vorne. Lohn der soliden Leistung war fast folgerichtig sein erstes Saisontor kurz vor Ende der ersten Halbzeit. Weiterlesen

Mol annerschd uff die Annere geguckt – FC Union Berlin

Der Berliner Arbeiter-Club mit ausgeprägter Alternativkultur

Union-Fankurve in der Alten Försterei (Foto:mg)

Union-Fankurve in der Alten Försterei (Foto:mg)

Ab morgen rollt auch in Liga zwei wieder der Ball. Zum Auftakt nach der Winterpause gastiert am Freitagabend der FC Union Berlin auf dem Betzenberg. Ein Verein, bei dem mit Fabian Schönheim und Benjamin Köhler zwei Profis im Kader stehen, die auch für den FCK bereits die Fußballschuhe geschnürt haben. Laut 1.FCK werden rund 350 Fans die Mannschaft aus Berlin Köpenick begleiten. Der treue Kern einer facettenreichen Fanszene, die in den zurückliegenden Jahrzehnten in vielerlei Hinsicht immer wieder für Gesprächsstoff gesorgt hat. Natürlich gastiert da morgen auch ein Verein mit wechselvoller Geschichte. Im Januar dieses Jahres durfte der alteingesessene Arbeiterclub sein 50. Vereinsjubiläum nach der Neugründung am 20.01.1966 feiern. Davor liegen Jahrzehnte mit diversen Vorgängervereinen, die allzu oft Spielball sportpolitischer Strategien oder bisweilen Instrument der großen Politik waren und wo oft wechselhafte sportliche und wirtschaftliche Situationen über Aufblühen oder Verwelken entschieden. Union liegt zwar im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick, entstand in seinen Ursprüngen jedoch im Stadtteil Oberschöneweide, nordwestlich vom heutigen Stadion-Standort an der Alten-Försterei gelegen. Das Schmuck-Kästchen ist mit einem Fassungsvermögen von 22.012 Besuchern heute übrigens das größte reine Fußballstadion auf dem Berliner Stadtgebiet. Weiterlesen

Mit einer tiefen Verneigung vor einem aufrichtigen Menschen…

Norbert Thines wird zum Ehrenbürger der Stadt Kaiserslautern ernannt

Norbert Thines wird Ehrenbürger der Stadt Kaiserslautern (Foto: Tobias Leitsbach)

Norbert Thines wird Ehrenbürger der Stadt Kaiserslautern (Foto: Tobias Leitsbach)

Am gestrigen Abend wurde Norbert Thines im Rahmen eines feierlichen Festakts in der Fruchthalle in Kaiserslautern zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Erst zum dritten Mal seit Ende des 2. Weltkrieges zeichnete Kaiserslautern damit einen verdienten Bürger mit der Ehrenwürde aus. Die höchste Auszeichnung, die von der Stadt an einen Bürger vergeben werden kann. Im Jahre 1964 der damalige SPD-Stadtrat und Landtagsabgeordnete Eugen Hertel, den die Stadt für seine Verdienste um den Wiederaufbau der kriegszerstörten Stadt ausgezeichnete und 1985 Fritz Walter, der als Fußballspieler und vor allem als Kapitän der Weltmeistermannschaft von 1954 Kaiserslautern weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt gemacht hat. Nun also mit Norbert Thines bereits zum zweiten Mal eine Persönlichkeit, deren Name untrennbar mit dem 1.FCK verbunden ist und erstmals nach 1945 ein auch in Kaiserslautern geborener Bürger. Klaus Weichel (Oberbürgermeister der Stadt Kaiserslautern), Werner Stumpf (Vorstand der Stadtsparkasse Kaiserslautern und stellvertretender Vorsitzender „alt-arm-allein“ Kaiserslautern e.V.) sowie Stefan Kuntz (Vorstandsvorsitzender des 1.FC Kaiserslautern) würdigten in ihrer Laudatio insbesondere das herausragende und mutige soziale Engagement des mittlerweile 75-jährigen. Musikalisch begleitet wurde die gestrige Feierstunde vom Mainzer Cello-Quartett. Weiterlesen

Von Batman und Robin bis zum Kondom des Grauens

Zur Eröffnung der Ausstellung SuperQueeroes im Schwulen Museum in Berlin

Auch Helden wie Superman, Batman und Robin finden sich in Berlin (©Markus Pfalzgraf)

Auch Helden wie Superman, Batman und Robin finden sich in Berlin (Foto: Markus Pfalzgraf)

Immerhin rund 500 Gäste fanden am vergangenen Donnerstagabend den Weg ins Schwule Museum in Berlin. Anlass war die Vernissage zur Ausstellung SuperQueeroes. Es ist das erste Mal, dass sich ein Museum umfassend mit dem Thema queerer Helden und Heldinnen befasst und illustrativ, informativ und detailliert aufzeigt, wo diese sich im Comic-Genre bis heute auch ihren Platz erobert haben. Schon der Auftakt also ein voller Erfolg, der dieser bislang verkannten Literatur-Ecke durchaus gebührt. Die Comic-Welt positioniert sich, mischt sich ein – politisch, literarisch, witzig, spritzig, frech! Kaum eine Ecke der schwul-lesbischen Welt bleibt unberührt und gibt facettenreiche Blickwinkel frei, die durch die sprichwörtliche „rosa“ Brille betrachtet zielsicher treffen. Helden und Heldinnen, die von fiktiven knallharten Science-Fiction Figuren bis zu liebenswerten Alltagsprotagonisten reichen. Weiterlesen