Neun regenbogenbunte Jahre am und um den Betzenberg

Die Queer Devils begehen heute den neunten Jahrestag ihrer Gründung

Unser Ideengeber und Initiator aus Hamburg bei der Unterzeichnung der Satzung (Foto: qd)

Unser Ideengeber und Initiator aus Hamburg bei der Unterzeichnung der Satzung (Foto: qd)

Heute vor genau neun Jahren erblickten die Queer Devils das Licht der Welt! Am 21. Juli 2007 trafen sich sieben entschlossene FCK-Fans in der AIDS-Hilfe in Kaiserslautern zu einer mehrstündigen Gründungsversammlung. Bis tief in die Nacht wurde leidenschaftlich diskutiert und konstruktiv gearbeitet und am Ende jenes Tages stand die formale Gründung des FCK-Fanclubs Queer Devils auf dem Papier! Nicht einfach nur als Bekenntnis zum traditions- und ruhmreichen 1.FC Kaiserslautern, sondern auch mit dem Status eines eingetragenen Vereins. Die Gründungsversammlung war sich schnell einig, dass man nicht einfach nur eine Stammtischtruppe auf die Beine stellen wollte, sondern den Fanclub auch mit einer Satzung ausstatten und ins Vereinsregister eintragen lassen wollte. Schließlich war den Ideengebern des Fanclubs nicht nur die Unterstützung der Roten Teufel auf dem Rasen und des 1.FCK als Verein wichtig, sondern auch das Engagement gegen jede Form von Diskriminierung und der Kampf gegen Homophobie im Fußball.

Vorstufe zum Fanclub, die 2006 entstandene Queer-Devils Kontakt-Plattform im Internetportal Planetromeo (Bild: qd)

Vorstufe zum Fanclub, die 2006 entstandene Queer-Devils Kontakt-Plattform im Internetportal Planetromeo (Bild: qd)

Kurios war damals um die Fanclub-Gründung, dass die Initiative gar nicht direkt aus Kaiserslautern kam, sondern aus Hamburg! Carsten Stock, gebürtiger Niedersachse und von Kindesbeinen an bekennender FCK-Fan, lebt seit seiner späten Jugend in Hamburg und hat dort stets die Fahnen seiner pfälzischen Fußball-Heimat hochgehalten. Carsten war es, der nach dem Abstieg des 1.FCK im Jahr 2006 aus seiner persönlichen Frustsituation in einem internationalen schwulen Kontakt-Portal im Internet nach Gleichgesinnten gesucht hat, nach schwulen FCK-Fans. Er wurde schnell fündig und so entwickelte sich dort ein Diskussionsforum, das sehr schnell Zulauf bekam. Aber echte FCK-Fans gehören nicht ins Internet, die gehören ins Stadion, am besten gemeinsam. So nahm die Idee Fahrt auf sich zu einem Fanclub zusammenzuschließen. Wenige Monate später an besagtem 21. Juli im Jahr 2007 wurde die Idee dann auch in die Tat umgesetzt.

Auch Gründungsmitglieder. Langjährige Vorstandsmitglieder und Webspezialisten Mark und Matze (Foto: qd)

Auch Gründungsmitglieder. Langjährige Vorstandsmitglieder und Webspezialisten Mark und Matze (Foto: qd)

Von den damaligen sieben Gründungsmitgliedern sind heute leider nur noch vier mit an Bord. In den ersten 5 Jahren durften sich die Queer Devils über eine stetig wachsende Mitgliederzahl freuen. Im Jahr 2012 hatte der Fanclub mit 51 Mitgliedern den bis heute höchsten Zuspruch. Heute tummeln sich noch 27 bekennende FCK-Fans bei den Queer Devils. Besonders stolz sind die Verantwortlichen, dass die kleine Schar ein kunterbuntes Bild abgibt. Homosexuelle, bisexuelle, heterosexuelle und transidente Menschen, alt, jung, Pfälzer und Nicht-Pfälzer, aber alle im Herzen echte Lauterer und echte FCK-Fans! Die Queer Devils sind zu einer festen Größe in der Fanszene beim FCK geworden. Der Fanclub hat in den zurückliegenden Jahren seit seiner Gründung schon viel auf die Beine gestellt und auch immer wieder mutig Themen aufgegriffen, die vor der Gründung der Queer Devils rund um den Betzenberg eben nicht oder nur in bescheidenem Maße diskutiert oder gar wahrgenommen wurden. Die Verantwortlichen wissen jedoch nur allzu gut, dass ihnen das Bemühen um mehr Toleranz und Akzeptanz in der Gesellschaft, auch in den nächsten Jahren noch viel Arbeit bescheren wird.

Die vom 1.FCK verliehene Gründungsurkunde - damals war "Rossi" noch Fanbetreuer (Foto: qd)

Die vom 1.FCK verliehene Gründungsurkunde – damals war „Rossi“ noch Fanbetreuer (Foto: qd)

Der Fanclub-Geburtstag wurde bisher zum Anlass genommen in eher bescheidenem Rahmen zu feiern. Meist mit einem gemeinsamen gediegenen Abendessen im Kreise der Mitglieder. Das wird auch in diesem Jahr so sein. Am Tag nach dem ersten Saisonspiel soll auch in diesem Jahr mit Mitgliedern ein gemütlicher Abend verbracht werden. Geplant ist ein Besuch des ehemaligen FCK-Stadionsprechers Udo Scholz in dessen Weinstube Haardtblick in Friedelsheim. Wer sich als Nicht-Mitglied anschließen möchte, ist herzlich willkommen und nimmt bitte bis zum 31.07.2016 mit den Verantwortlichen Kontakt auf, damit eine Tischreservierung verlässlich kalkuliert werden kann (vorstand@queer-devils.org).

Schon jetzt geht der Blick nach vorne, denn mit dem neunten Jahrestag der Fanclubgründung geht die bunte Truppe schließlich in ihr zehntes Fanclub-Jahr, an dessen Ende eben der 10. Geburtstag steht! Die Verantwortlichen planen für das kommende Jahr das ein oder andere Highlight. Bei der letzten Vorstandssitzung Mitte dieser Woche wurde schon mal beschlossen das Jahr 2017 ganz unter das Motto des 10. Fanclub-Geburtstages zu stellen. Details dazu werden noch nicht verraten, sonst wäre es ja auch keine Geburtstagsüberraschung!

mg


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