Mit torlosem Remis ins neue Jahr

Der FCK kommt gegen trotz zahlreicher Chancen nicht über ein 0:0 hinaus

Aus allen Lagen geschossen, aber nicht getroffen, Florian Pick (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Aus allen Lagen geschossen, aber nicht getroffen, Florian Pick (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Vom Papier her schien für zahlreiche Fans schon vor dem Anpfiff alles klar zu sein. Am gestrigen Montagabend gastierte die SG Sonnenhof Großaspach am Betzenberg, der aktuelle Tabellenvorletzte. Der selbsternannte Dorfklub  hatte vor Weihnachten mit Mike Sadlo und Co Heiner Backhaus ein neues Trainergespann präsentiert, sich in der Winterpause auch spielerisch verstärkt. Eine Wundertüte, wie Trainer Boris Schommers mit Blick auf die schwierige Analyse eines unangenehmen Gegners die Ausgangslage umrissen hatte und der auch unter der türkischen Sonne im Trainingslager in Belek stets betonte, dass hier ein zumindest schwieriges Spiel auf die Roten Teufel warten würde. Am Ende sollte er in Teilen Recht behalten. Bei nasskaltem Wetter und auf schwierigem Boden taten sich seine Schützlinge vor allem schwer, die Vielzahl an herausgespielten hochkarätigen Chancen über die Linie des gegnerischen Tores zu bugsieren und so hieß es nach etwas mehr als 90 Minuten am Ende 0:0! Ein herber Dämpfer für die ambitionierten Roten Teufel. Aber auch noch längst nicht das Ende aller optimistischen Visionen. Nicht bei der Mannschaft und nicht bei den Fans.

Immerhin 17.377 Zuschauer an einem nasskalten Montagabend (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Immerhin 17.377 Zuschauer an einem nasskalten Montagabend (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Immerhin 17.377 Zuschauer fanden gestern den Weg ins Fritz-Walter-Stadion. Für einen Montagabend und bei Witterungsverhältnissen der Marke „Sauwetter“ im Grunde eine stattliche Kulisse. Eine erste Überraschung bot den Besuchern die Mannschaftsaufstellung. Timmy Thiele musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Für ihn sollte Simon Skarlatidis, der sich laut Boris Schommers in der Vorbereitung aufgedrängt hatte und sich im neuen 4-3-3-System offensichtlich sehr wohl fühle, neben Florian Pick für Wirbel sorgen. Der FCK begann zielstrebig, hatte nach sieben Minuten durch Florian Pick mit einem Abschluss aus spitzem Winkel eine erste Möglichkeit, doch Maximilian Reule im Kasten der Gäste lenkte das Leder über die Latte. Auch die Kulisse war sofort da und trieb die Jungs im roten Dress immer wieder nach vorne. Nach der noch etwas verhaltenen Anfangsviertelstunde war der FCK dann eindeutig die offensivere Mannschaft, kam trotz der für ein flüssiges Kombinationsspiel schwierigen Platzverhältnisse zu weiteren Möglichkeiten.

Hatte eine gute Einschussmöglichkeit, Hendrik Zuck (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Hatte eine gute Einschussmöglichkeit, Hendrik Zuck (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Zunächst scheiterte erneut Florian Pick (20.), ehe acht Minuten später Hendrik Zuck mit einem wuchtigen Freistoß ebenfalls an Keeper Maximilian Reule scheiterte (28.). Im Gegenzug erstmals Gefahr für das Lauterer Tor, als ein Flankenball von Dan-Patrick Poggenberg dicht vor den Kasten von Lennart Grill auf der Querlatte landete (30.). Der nächste Aluminiumtreffer dann wenige Minuten später. Eine von Hendrik Zuck getretene Ecke wuchtete Kevin Kraus per Kopf aufs Großaspacher Tor, der Ball knallte ans Lattenkreuz (37.). Standards waren ein zentrales Element im Trainingslager und sie werden stetig besser. Wenn die Truppe hier weiter Fortschritte macht, könnte das in der laufenden Saison noch eine echte Waffe werden. Kurz vor dem Pausenpfiff dann die nächste große Möglichkeit für den FCK. Nach einer Ecke der Gäste sprintete Florian Pick über das halbe Feld, entschied sich dann aber für einen Pass zu dem auf der rechten Seite mitgelaufenen Simon Skarlatidis, der allerdings zu unplatziert abschloss und  so Keeper Maximilian Reule erneut parieren konnte (44.). Kurz danach bat Schiedsrichter Justus Zorn aus Freiburg zum Pausentee.

Für Timmy Thiele in der Startelf, Simon Skarlatidis (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Für Timmy Thiele in der Startelf, Simon Skarlatidis (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Die zweite Halbzeit begann mit einem Knaller. Besser gesagt mit einem laut hörbaren Aluminiumtreffer, bei dem  der Kulisse erneut den Torschrei im Halse stecken blieb. Nach einem Freistoß kam Christian Kühlwetter zum Kopfball, doch auch sein Versuch landete an der Querlatte (48.). Nach gut einer Stunde ließ der FCK sichtbar und fühlbar nach und so kamen die Gäste besser ins Spiel und damit auch zu mehr Spielanteilen und eben auch zu einigen Chancen. In der 67. Minute brachte Boris Schommers dann Anas Bakhat für den bereits mit einer gelben Karte vorbelasteten Carlo Sickinger. Der ehrgeizige Nachwuchskicker brachte neue Impulse nach vorne und rückte kurz nach seiner Einwechslung auch gleich in den Mittelpunkt. Christian Kühlwetter zog beherzt ab, doch der Keeper der Gäste parierte erneut. Der Abpraller landete bei Anas Bakhat, der den anschließenden Torschuss allerdings unglücklich verzog (69.). Wenige Minuten später scheiterte dann erneut Florian Pick am herausragenden Torhüter der Großaspacher (75.).

Hochbetrieb im gegnerischen Strafraum (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Hochbetrieb im gegnerischen Strafraum (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Die Schlussviertelstunde gab für Boris Schommers Anlass zu verhaltener Kritik. „Da müssen wir schauen, wenn wir vorne die Tore nicht machen bei den Chancen, die wir haben, dass wir da nicht wild werden beziehungsweise die Ordnung verlieren“, monierte der Cheftrainer die Nachlässigkeiten im Lauterer Defensivverhalten, das den Gästen auch einige gute Chancen ermöglichte. Zunächst verzog der gut postierte Panagiotis Vlachodimos im Sechzehner. Das Leder strich knapp übers Tor. Nur Augenblicke später musste Lennart grill sein ganzes Können aufbieten, um gegen Dominik Martinovic per Fußabwehr den Rückstand zu verhindern (78.). Nur sieben Minuten später eine erneute Schrecksekunde, als Gästekapitän Julian Leist nach einem Freistoß aus kürzester Distanz per Kopf zum Abschluss kam und Lennart Grill Schlimmeres verhindern konnte (85.).

Profidebüt, Anas Bakhat (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Profidebüt, Anas Bakhat (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Doch der FCK steckte nicht auf, drängte nun wieder vehementer nach vorne, blieb aber dennoch glücklos. Der eingewechselte Timmy Thiele tauchte nach einem Traumpass des ebenfalls eingewechselten Manfred Starke frei vor dem Tor der Großaspacher auf, brachte das Leder aber nicht am überragenden Torhüter der Gäste vorbei (89.). Bis in die Nachspielzeit mühten sich die Roten Teufel und hatten dann auch die allerletzte Chance des Spiels. Eine Hereingabe von Timmy Thiele brachte dann auch der am Fünfmeterraum postierte Christian Kühlwetter nicht im Kasten der Gäste unter (90.+4). Danach war Schluss, es blieb beim torlosen Remis. Enttäuschte Gesichter auf den Tribünen, enttäuschte Gesichter bei den abgekämpften Akteuren auf dem Rasen.

Deutliche Worte an die Stadtspitze (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Deutliche Worte an die Stadtspitze (Foto: www.der-betze-brennt.de)

„Ich bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Wir haben heute zwei Punkte verloren“, trauerte natürlich auch Cheftrainer Boris Schommers nach dem Abpfiff vor allem den vielen hochkarätigen Chancen nach. Dennoch zeigte sich der Coach mit dem spielerischen Auftritt nicht unzufrieden. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Dass wir es nicht gewonnen haben, das ärgert mich.“ Seine Schützlinge zeigten sich nach der ersten Enttäuschung auch schon wieder kämpferisch. „Wir fahren jetzt nach Ingolstadt. Da wollen wir gewinnen“, richtete Hendrik Zuck schon den Blick auf die kommende Aufgabe im Audi-Sportpark am kommenden Samstag. Ähnlich äußerte sich auch Simon Skarlatidis, der dem Gastspiel in Ingolstadt optimistisch entgegensieht. „Da gilt es, vor dem Tor effektiv zu sein. Wir müssen da nochmal eine Schippe drauflegen und das werden wir auch!“

Trotz Frust, Geschlossenheit zeigen (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Trotz Frust, Geschlossenheit zeigen (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Vor allem die Effektivität vor dem gegnerischen Tor scheint ein Problem zu sein, das sich bislang wie ein roter Faden durch die Saison zieht. Dennoch bleibt die Mannschaft auf einem guten Weg, hat sich in seiner Spielweise in den zurückliegenden Monaten deutlich verbessert, hat viel Selbstvertrauen getankt. Natürlich muss auch weiter an der Qualität von Standards gearbeitet werden, das Kurzpassspiel weiter verfeinert werden und müssen natürlich der Instinkt und die Präzision beim Torschuss verbessert werden. Entscheidend für den Rest der Rückrunde wird sein, wie schnell es der Mannschaft gelingt, bei den von Trainer Boris Schommers als verbesserungswürdig erachteten Elemente wirklich Fortschritte zu machen und sich dort weiterzuentwickeln. Warum also nicht den nächsten Schritt schon am kommenden Wochenende bei einem spielstarken Gegner machen, der deutlich offensiver ausgerichtet sein dürfte, was vermutlich auch mehr Räume für spielerische Elemente bietet. Allemal besser als gegen eine Mannschaft, die in der Tabelle mit dem Rücken zur Wand und auf dem Feld überwiegend mit dem Rücken zum Tor steht.

mg


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