Fehlstart in die neue Saison ist nun perfekt

1.FCK verliert in einem blutleeren Spiel mit 0:2 in Sandhausen

Ernüchterung nach dem Abpfiff. Der 1.FCK verliert in Sandhausen (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Ernüchterung nach dem Abpfiff. Der 1.FCK verliert in Sandhausen (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Tabellenletzter nach dem vierten Spieltag. Zwei magere Pünktchen, lediglich ein Liga-Treffer bei sieben Buden im eigenen Netz. Bereits in Runde eins gegen einen Drittligisten aus dem Pokal geflogen. Das ist seit der gestern vergeigten Auswärtspartie in Sandhausen die nüchterne und bittere Bilanz des 1.FC Kaiserslautern in einer noch jungen Saison 2016/2017. Der SVS ging gestern früh in Führung. Einmal mehr, weil bereits in der Entstehung des Treffers die Abwehr der Roten Teufel nicht unbedingt im Bilde schien. Bis auf knapp 10 Minuten zum Ende des ersten Durchgangs hatte die Truppe von Tayfun Korkut nicht viel zu bieten, was dem geneigten Besucher ein Aufbäumen oder einen unbedingten Siegeswillen signalisiert hätte. Ab der 73. Minute musste der 1.FCK dann in Unterzahl agieren, da Torhüter André Weis nach einer Handabwehr außerhalb des Strafraumes frühzeitig zum Duschen musste, was das Unterfangen nicht einfacher machte. Nur wenig später wurde die zahlenmäßige Unterlegenheit des 1.FCK mit dem zweiten Sandhäuser Treffer quittiert.

Frühe Führung für den SVS, Lucas Höler köpft ein (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Frühe Führung für den SVS, Lucas Höler köpft ein (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Es war der fünfte Anlauf, der fünfte Versuch im kurpfälzischen Sandhausen endlich mal alle drei Zähler mitzunehmen. Nach zuvor insgesamt zwei Niederlagen und zwei Remis wollte der 1.FCK endlich seinen ersten Sieg in Sandhausen einfahren. Am Ende stand allen Akteuren im roten Dress Ernüchterung ins Gesicht geschrieben. Nach einer spielerisch eher lustlosen, ideenlosen und fast blutleeren Darbietung musste sich die Truppe von Trainer Tayfun Korkut einmal mehr geschlagen geben. Damit nicht genug. Die letzten rund 20 Minuten musste der FCK in Unterzahl dem Rückstand aus der 6. Minute hinterher laufen. Bei einem Konter der Sandhäuser stellte sich Torwart Andre Weis mit breiter Brust dem zum Einschuss bereiten Mittelfeldakteur Moritz Kuhn entgegen und wehrte dessen Ball reflexartig mit der Hand ab. Leider außerhalb des Strafraumes. Folgerichtig die rote Karte!#

Viel gelaufen und geackert, wenig Ertrag, Osayamen Osawe (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Viel gelaufen und geackert, wenig Ertrag, Osayamen Osawe (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Bis dahin blieb das Spiel des 1.FCK Stückwerk. Der SV Sandhausen war bereits in der 6. Minute nach einem schönen Spielzug durch Lukas Höler mit 1:0 in Führung gegangen, nachdem wieder einmal die Angriffsbemühungen des Gegners nicht konsequent genug unterbunden wurden, die Zuordnung nicht stimmte und auch die Abstimmung untereinander noch sichtbar nach Sicherheit sucht. Damit war die Spieltaktik des FCK früh über den Haufen geworfen. Was der Mannschaft offensichtlich noch fehlt ist unterem die Variabilität sich in eine Ausgangssituation zurück zu arbeiten, um nach einem solchen Spielverlauf das Heft des Handelns und vor allem Diktierens wieder in die eigene Hand zu nehmen und zu bekommen. Bis auf besagte 5-10 Minuten im ersten Durchgang blieben die Roten Teufel vieles schuldig, was diese Marschrichtung hin zu dieser gewollten Spieldominanz ausgemacht hätte. Zu viele Unsicherheiten, zu viele Ballverluste, zu viel Zaghaftigkeit beim Spielaufbau, zu wenig Mut, zu wenig Kreativität, zu wenig Körpersprache sich dem Gegner auch mal mit wuchtiger Entschlossenheit im Spiel entgegen zu stellen.

Zwei Möglichkeiten nicht genutzt, Zoltan Stieber (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Zwei Möglichkeiten nicht genutzt, Zoltan Stieber (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Immer wenn die Partie mal schnell wurde fehlte auch gestern allzu oft das Gefühl die Laufwege der Kollegen verinnerlicht zu haben und die Souveränität mit der gebotenen Sicherheit effektiven Spielaufbau zu gestalten, Kombinationen zu zelebrieren, nach hinten dicht zu machen, nach vorne zu marschieren und daraus auch etwas zu machen. Das sah auch gestern in der sowohl in der Vorwärtsbewegung als auch im Rückwärtsgang allzu oft sehr schwach aus. Wirkliche Torchancen auf Seiten des 1.FCK waren am gestrigen Sonntag insofern eher Mangelware. Fehlende Effektivität bei den wenigen sich bietenden oder erarbeiteten Möglichkeiten macht es dann nicht einfacher in einer solchen Partie dann wenigstens punktuell ein Strohfeuer zu entzünden, das zum emotionalen Selbstläufer gereichen könnte, der ein mächtiger Unterstützer wäre, um so eine Partie in die eigene Hand zu nehmen.

Wirkt etwas ratlos, Tayfun Korkut (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Wirkt etwas ratlos, Tayfun Korkut (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Die Mannschaft ist noch weit weg von dem was die Verantwortlichen ihr in punkto Mentalität einhauchen wollten, um das nach außen zu tragen was den 1.FCK seit jeher ausgezeichnet hatte. Kampfbereitschaft, Leidenschaft oder unbedingter Wille sind Attribute, die auch gestern der ein oder andere ganz sicher in sich getragen und mit auf den Platz genommen hatte. Offensichtlich gelingt es etlichen Akteuren allerdings nicht, das Ventil zu öffnen, um all das auf dem Rasen auch sichtbar zu präsentieren. Von der Stärke im Räderwerk des Mannschaftsverbundes daraus eine schlagkräftige Waffe zu machen und ein Spielsystem souverän umzusetzen ganz zu schweigen. Da wartet noch viel Arbeit auf den Trainerstab und die Mannschaft täte gut daran sich in den kommenden Partien der einfachsten fußballerischen Tugenden zu bemühen und zumindest Kampf und Leidenschaft nach außen zu tragen.

Große Kulisse, wieder rund 4.000 Lauterer in der Kurpfalz (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Große Kulisse, wieder rund 4.000 Lauterer in der Kurpfalz (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Die gestern rund 4.000 mitgereisten Fans zumindest hatten es auf den Rängen vorgemacht und trotz der mageren Darbietung auf dem Rasen fast ununterbrochen das Heft im Hardtwaldstadion lautstark in die Hand genommen. Ein Hauch von Erstklassigkeit! Ansonsten dürfen wir heute einen Tag danach die Partie in der Kurpfalz getrost mit dem Mantel des Schweigens zudecken. Es stehen harte und beschwerliche Wochen an. Obwohl jetzt im September erst einmal zwei Heimspiele in Folge auf dem Zettel stehen. Mitte kommender Woche gastiert in der Englischen Woche Aufsteiger Dynamo Dresden auf dem Betzenberg. Eine giftig agierende Truppe, die just am vierten Spieltag mit einem unerwarteten Auswärtssieg den formulierten Aufstiegsambitionen von Absteiger Hannover 96 erst mal eine Ohrfeige erteilt hat.

An den Fans liegts nicht, der Support war auch in Sandhausen unermüdlich (Foto: www.der-betze-brennt.de)

An den Fans liegts nicht, der Support war auch in Sandhausen unermüdlich (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Am kommenden Samstag kommt der VfB Stuttgart. Bereits am vergangenen Donnerstag hatte der 1.FCK vermeldet, dass schon mehr als 39.000 Tickets für die Partie über den Tresen gegangen sind. Mittlerweile dürfte die Marke 40.000 längst locker überschritten sein. Aber Vorsicht! Wer den Verlauf des Kartenverkaufs in den Blockgrafiken im Online-Ticketshop in den zurückliegenden Tagen ein wenig verfolgt hat, wird festgestellt haben, dass vor allem die Eintrittskarten auf der Osttribüne und in den zum Osten angrenzenden Blöcken der Nord- und Südtribüne reißenden Absatz gefunden haben. Ob ein volles oder fast volles Haus auf den Rängen am fünften Spieltag dann auch eine Lauterer Dominanz mit sich bringt darf momentan noch in Frage gestellt werden. Man hat derzeit eher das Gefühl, als wäre mindestens die Hälfte der verkauften Tickets an die Schwaben gegangen! Der Anhang des 1.FCK darf sich also darauf einstellen, dass auch von den Rängen herunter einiges abverlangt wird, will man den VfB Stuttgart in die Schranken weisen. Zumindest akustisch. Die sportliche Herausforderung auf dem Rasen wird nochmal eine ganz andere Nummer.

mg


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