Ein ganzes Wochenende im Zeichen des Regenbogens

Von Freitag bis Sonntag gleich sechs Veranstaltungen im Rahmen der PRIDE WEEK

Süßes Jubiläumsgeschenk, die Geburtstagstorte für die Queer Devils (Foto: mg)

Süßes Jubiläumsgeschenk, die Geburtstagstorte für die Queer Devils (Foto: mg)

Es war ein rundum gelungenes und tolles Wochenende! Auch wenn es insbesondere für die Verantwortlichen der RosaTeufel und der Queer Devils bei der Umsetzung ihrer Event-Beiträge drei anstrengende Tage waren. Mit gleich fünf Veranstaltungen, die sich von Freitag bis Sonntag wie an der Perlschnur aufreihten, boten die beiden dem Fußballsport nahestehenden Lauterer Initiativen im Rahmen der PRIDE WEEK KL einen wahren Veranstaltungsreigen an. Hinzu kam am Samstagabend noch die über Lautern hinaus bekannte und beliebte umgekramt-Party im Kramladen der TU Kaiserslautern. Die Laune aller Organisatoren aus den Reihen der queeren Fußballer und des FCK-Fanclubs war dann auch spätestens nach dem knappen 1:0 Sieg des 1.FC Kaiserslautern und dem damit verbundenen Klassenerhalt des pfälzischen Traditionsvereins in Liga zwei, wie das Wetter am Sonntagnachmittag, strahlend und sonnig!

Auftakt am Freitag im Festzelt auf der Lauterer Kerwe beim Come-Together (Foto: RosaTeufel)

Auftakt am Freitag im Festzelt auf der Lauterer Kerwe beim Come-Together (Foto: RosaTeufel)

Auftakt war am Freitag. Die RosaTeufel hatten eingeladen zum Rundgang über die Lauterer Kerwe. Die ersten Teilnehmer des am Samstag stattfindenden Fußballturniers waren bereits am späten Nachmittag in der Barbarossa-Stadt eingetroffen, hatten teils ihre Quartiere bezogen und fanden sich rechtzeitig am Treffpunkt im Eingangsbereich des Lauterer Messplatz ein. Gemeinsam ging es dann über den Kerwe-Platz, ehe sich die illustre Truppe am frühen Abend im Festzelt an den dort reservierten Tischen niederließ. Regenbogenflagge, reichlich Flüssignahrung und die Freude über das Wiedersehen seit der letzten Turnierveranstaltung sorgten schnell für gute Stimmung. Man munkelt, dass mit fortschreitender Dauer und weiteren eintreffenden Regenbogen-Kickern spätestens zu späterer Stunde die Feierlichkeiten von den Sitzbänken gar auf die Tische verlagert worden sein sollen. Großartig!

Beste Stimmung auch neben dem Spielfeld (Foto: Ballboys hamburg)

Beste Stimmung auch neben dem Spielfeld (Foto: Ballboys Hamburg)

Am Samstagvormittag kam für die sportlich Aktiven dann der Tag der Wahrheit. Insgesamt 9 Mannschaften mit fast 60 gemeldeten Spielern aus Kaiserslautern (2 Teams), Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim (2 Teams) und ein gemischtes Schiri-Team aus der Moselregion traten in zwei Vorrundengruppen an, um den Sieger des ersten RosaTeufel Fußball-Cup zu ermitteln. Gespielt wurde im SOC Sportpark auf Kunstrasen. Turnierleiter Dirk Leibfried sorgte für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Der vorher akribisch ausgearbeitete Zeitplan wurde minutiös eingehalten. Ein Erfolg auch, dass im gesamten Turnierverlauf nicht ein einziger Spieler mit heftigeren Blessuren vom Platz oder in ein Krankenhaus musste. Anmerken darf man auch getrost, dass es auf den Plätzen sportlich besonders fair zuging. Nicht eine einzige Zeitstrafe und keine gelbe oder rote Karte mussten die Referees in den Vorrunden- und Finalpartien verteilen! Chapeau für die gesamte Organisation und die erstklassige Verpflegung vor allem der Spieler vor Ort. Qualitätsmerkmale, die auch von allen Teilnehmern, Betreuern, Schiedsrichtern und den zahlreichen Zuschauern auf der kleinen Tribüne attestiert wurden.

Trophäengalerie, Finalpaarungen mit Ergebnissen und Platzierungen (Foto: Markus Brenner)

Trophäengalerie, Finalpaarungen mit Ergebnissen und Platzierungen (Foto: Markus Brenner)

Im spannenden und umkämpften Finale setzten sich die Jungs der ersten Mannschaft aus Mannheim knapp mit 3:2 gegen das Team vom FVV aus Frankfurt durch. Im Spiel um Platz 3 unterlag die Mannschaft von Abseitz Stuttgart gegen die Ballboys Hamburg mit dem gleichen Ergebnis. Im Spiel um Platz fünf gewann die erste Mannschaft der RosaTeufel als Lokalmatador gegen die zweite Mannschaft der Quadrate-Kicker aus Mannheim mit 2:1. Für die Folgeplatzierung bezwangen die Wildboys Karlsruhe das Schiri-Team der Moselschwestern ebenfalls mit 2:1. Auch wenn die zweite Garde der RosaTeufel nur auf dem letzten Platz landete, einen kleinen Pokal gab es auch für den Letztplatzierten. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle auch noch einmal an den 1.FC Kaiserslautern, der für das Siegerteam Sitzplatztickets für die Partie des FCK gegen den FC Nürnberg am nächsten Tag gespendet hatte! Der Stimmung tat die Abschlusstabelle des Turniers jedoch in keinster Weise Abbruch. So machte sich ein Großteil der fürs Turnier gemeldeten Kicker, Betreuer und Schiedsrichter dann nach Turnierende wohlgelaunt auf den Weg zum nächsten gemeinsamen Event.

Vorbereitungsvergnügen Einkauf (Foto: mw)

Vorbereitungsvergnügen Einkauf (Foto: mw)

Die Queer Devils hatten zu ihrem traditionellen Grillfest eingeladen, das jährlich am letzten Heimspielwochenende des 1.FCK stattfindet und auch in diesem Jahr als Beitrag zur PRIDE WEEK angekündigt war. Unter dem Motto „10 Jahre Queer Devils“ war auf dem Gelände des AWO-Fanprojektes Kaiserslautern in der ehemaligen Kartoffelhalle – für Pfälzer, in de „Grumbeerhall“ – angerichtet. Die Organisatoren des queeren Fanclubs hatten sich alle Mühe gegeben und am Vortag noch bis spät in die Nacht und am Samstag schon ab dem frühen Morgen, von den Sitzgarnituren bis zum Zahnstocher alles nur erdenkliche zusammengetragen, um den Gästen ab 15 Uhr Wohlfühlmomente zu bescheren. Ein reichhaltiges Kuchenbuffet lud zur besten Kaffeezeit ein, die Feierlaune schon mal anzuschieben. Ein echtes Highlight war eine Geburtstagstorte, die unsere beiden noch jungen älteren Mitglieder Edith Delzeith und Helga Carrillo hatten anfertigen lassen und mit Beginn des Jubiläumsgrillfestes an die Offiziellen überreichten. Der Anschnitt zusammen mit FCK-Alt-Präsident Norbert Thines war dann auch die symbolische Eröffnung einer unvergesslichen Grillparty!

Tortenanschnitt mit (v.l.) FCK-Altpräsident Norbert Thines, Helga, Matze und Edith (Foto: Benny-G)

Tortenanschnitt mit (v.l.) FCK-Altpräsident Norbert Thines, Helga, Matze und Edith (Foto: Benny-G)

Rechtzeitig vor Eintreffen der Turnierteilnehmer glühte dann bereits die Holzkohle. Immerhin etwas mehr als 40 Teilnehmer vom RosaTeufel Fußball-Cup füllten schließlich schnell die bereitgestellten Sitzgelegenheiten. Weitere rund 40 Gäste aus den Reihen der Mitglieder der Queer Devils, der FCK-Fangemeinde, den Vertretern der Fanregion Lautre und weitere Gäste bescherten den Queer Devils einen Rekordbesuch bei ihrer traditionellen Veranstaltung. So kam auch Grillmeister Patrik Regel gelegentlich in Verlegenheit, die Warteschlange vor der überdimensionalen Grillschale mit gut gegarten Köstlichkeiten zu versorgen. Ein tolles Salatbuffet half kleinere Wartezeiten zu überbrücken und den ersten Hunger auch ohne Fleisch zu stillen. Für die zahlreichen Salate, allen anderen Buffetbeiträgen und sonstigen Zuwendungen sei hiermit allen Spendern noch einmal unser allerherzlichster Dank ausgesprochen. Das war großartig. Ein besonderer Dank gilt übrigens auch den Mitarbeitern des Lauterer Fanprojektes. Ohne Eure Unterstützung und Großzügigkeit hätten wir die Veranstaltung kaum so erfolgreich umsetzen können!

Volles Haus am Nachmittag (Foto: mg)

Volles Haus am Nachmittag (Foto: mg)

Eine besondere Note hatte dann der Vorstand der Queer Devils noch zu präsentieren. Für 10 Jahre Mitgliedschaft wurde Gründungsmitglied Carsten Stock aus Hamburg geehrt, der bei der eigentlichen Ehrung zur Mitgliederversammlung im März leider nicht anwesend sein konnte. Dabei war den Verantwortlich des Fanclubs besonders wichtig herauszustellen, dass er es war, der schon 2006 die gedankliche Initiative zur Fanclubgründung aus dem hohen Norden befeuerte. Möglich, dass es die Queer Devils ohne seine Initiative heute gar nicht geben würde. Dafür noch einmal herzlichen Dank. Bei strahlendem Sonnenschein harrten die Allermeisten bis zum Einbruch der Dunkelheit auf dem Freigelände vor dem Fanprojekt aus, ehe die einsetzende Nachtkühle die noch immer quietsch fidelen Feierwütigen zwang, das Geschehen in den Innenbereich der „Grumbeerehall“ zu verlagern. Bis nach Mitternacht wurde dort noch viel Flüssiges konsumiert, ehe dann der verbliebene Tross aufbrach zum nächsten Veranstaltungsangebot.

"...will'sche noch e Schnitzel?" Grillmeister in seinem Element (Foto: mg)

„…will’sche noch e Schnitzel?“ Grillmeister in seinem Element (Foto: mg)

Der AStA der TU Kaiserslautern und der Kramladen an der Uni hatten zur „umgekramt“ Party geladen, wo sich neben den Gästen des Grillfestes auch zahlreiche Aktivisten der PRIDE WEEK und viele weitere Tanzwütige zu Klängen der 90er Jahre noch die Nacht um die Ohren schlugen. Sitzfleisch und vor allem Trinkfestigkeit bewiesen nach Augenzeugenberichten hier insbesondere die Turnierteilnehmer, allen voran die RosaTeufel aus Lautern. Hochachtung für so viel Durchhaltevermögen. Über den Rest der Nacht legt der Autor den Mantel des Schweigens.

Auch der Sonntag wartete mit zwei PRIDE WEEK-Veranstaltungen auf. Mit kleinen Äuglein und großem Hunger fanden sich etliche Teilnehmer des Fußballturniers am frühen Vormittag noch zur Abschlussveranstaltung der RosaTeufel, zum Brunch im Café am Markt, nahe dem Lauterer Stiftsplatz, ein. Ein reichhaltiges Buffet, viel kräftiger Kaffee sowie frische Säfte sorgten trotz des Marathonwochenendes für neue Energie und viel gute Laune und boten erste Gelegenheit das Turnier und die vorangegangene Nacht noch einmal gedanklich aufzubereiten.

Posen vor der Kamera. Die Mädels hatten Spaß bei KISS THE PRIDE (Foto: mg)

Posen vor der Kamera. Die Mädels hatten Spaß bei KISS THE PRIDE (Foto: mg)

Wobei so manches Augenpaar hier schon arge Schwierigkeiten hatte den Wachzustand über den Rand einer Kaffeetasse hinaus aufrecht zu erhalten. Gestärkt und zufrieden traten dann die meisten die Rückreise an, während sich ein kleines Häuflein auf den Weg hinauf zum Betzenberg gemacht hatte. Dort waren bereits drei Stunden vor Anpfiff des FCK-Heimspiels die Queer Devils mit dem Aufbau ihres Fotoevents KISS THE PRIDE beschäftigt. Die Fans waren vor und nach der Partie eingeladen in der Nordhalle des Fritz-Walter-Stadions mit einem Foto Farbe zu bekennen. Für Vielfalt und Akzeptanz in Kaiserslautern und Rheinland-Pfalz.

Hierfür konnte man sich vorab für das Foto die Lippen in Regenbogenfarben schminken lassen. Erstaunlich war für die Initiatoren der hohe Zuspruch auch wildfremder Menschen, die unsere Aktion nicht nur begrüßten, sondern sich auch bereitwillig mit bunten Farbtupfern dekorieren ließen, um anschließend in den Umläufen des Stadions und auf den Tribünen ein sichtbares Zeichen zu setzen.

Schminkstation (Foto: QD)

Schminkstation (Foto: QD)

Besonders erwähnenswert waren einige Jungs einer Jugendmannschaft des FC Saarbrücken, die samt Trainer zum Schminkrapport antraten, um anschließend gekonnt vor der Kamera zu posieren. Großartig! Danke an alle, die hier mitgemacht sowie mitgeholfen haben und danke an unseren Fotografen Patrik Regel für die investierte Zeit. Achja…und der Lump, der am Sonntag neben dem Infostand unbemerkt den FCK-Hoodie des Autors hat mitgehen lassen, dem wünsche ich für den Rest seines Lebens die Krätze an den Arsch! Sowas nennt sich FCK-Fan? Widerlich!

Der Rest des Tages nach dem erfolgreichen Ausgang des FCK-Heimspiels war dann nur noch Erleichterung in jeder Hinsicht. Nachdem das Stadionrund sich weitgehend geleert hatte, ging es ans Einpacken und vor allem die Organisatoren aus den Reihen der RosaTeufel und der Queer Devils sehnten sich nur noch nach einem, nach ihren Betten!

Happy...! (Foto: mg)

Happy…! (Foto: mg)

Allen Organisatoren, Helfern, Teilnehmern, Unterstützern und Spendern sei an dieser Stelle noch einmal ein riesengroßes Dankeschön für ihr Engagement ausgesprochen. Jeder, der irgendwo in die Vorbereitung und Durchführung involviert war, hat einen tollen Beitrag zu einem großartigen Erfolg beigetragen. Danke dafür!

mg


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