Dank und Anerkennung für zehn Jahre Treue

Queer Devils wählen bei Mitgliederversammlung fünfköpfigen Vorstand

Für 10 Jahre Mitgliedschaft geehrt - v.l., Mark G., Matthias G., MAtthias W., Christian S. und... (Foto: MP)

Für 10 Jahre Mitgliedschaft geehrt – v.l., Mark G., Matthias G., Matthias W., Christian S. und… (Foto: MP)

Ein ganz besonderes Ereignis begingen die Queer Devils am vergangenen Samstag. Bereits zum zehnten Mal seit der Gründung des Fanclubs fand eine ordentliche Mitgliederversammlung als höchstes Gremium der als eingetragener Verein geführten regenbogenbunten Truppe vom Betzenberg statt. Dabei durften die Vorstandsverantwortlichen auch erstmals Mitstreiter für ihre zehnjährige Mitgliedschaft ehren. Immerhin sieben waren es, die dem Verein und Fanclub seit dem Gründungsjahr 2007 ununterbrochen die Mitglieds-Treue gehalten hatten. Aber auch sonst gab es bei der überdurchschnittlich gut besuchten Veranstaltung in Hochspeyer viel Grund für Zufriedenheit und Zuversicht. Sowohl beim Blick zurück als auch im Zusammenhang mit einigen bevorstehenden Feierlichkeiten im Verlauf des Jubiläumsjahres 2017.

...etwas später eingetroffen, Jan B. - nicht abgebildet, Alexander B. und Carsten S., die am Abend verhindert waren (Foto: edith)

…etwas später eingetroffen, Jan B. – nicht abgebildet, Alexander B. und Carsten S., die am Abend verhindert waren (Foto: edith)

Stolz waren die Verantwortlichen des Vorstandes, dass so viele in diesem Jahr der Einladung gefolgt waren. Es war die am besten besuchte Mitgliederversammlung der zurückliegenden zehn Jahre, war aus dem Vorstandsgremium zu vernehmen. Immerhin knapp die Hälfte der etwas mehr als 30 Mitglieder hatten sich zum Abhandeln der umfangreichen Tagesordnung und zum anschließenden gemütlichen Beisammensein in der schon fast als „Club-Restaurant“ gehandelten Pizzeria DaRosario in Hochspeyer eingefunden. Früher übrigens der Lieblings-Italiener von Trainer-Ikone Otto Rehhagel und auch sonst beliebter Treffpunkt ehemaliger FCK-Akteure. Aber auch wenn der 1.FCK mittlerweile sportlich wie wirtschaftlich kleinere und bescheidenere Brötchen backen muss, für den Fanclub war 2016 auch das erfolgreichste Jahr der noch jungen Vereinsgeschichte. Noch nie hatten sich die Akteure und Verantwortlichen der Queer Devils neben dem Geschehen rund um den 1.FCK an so vielen Fronten engagiert wie im vergangenen  Jahr.

Von Vorstandsseite gab es über das abgelaufene Jahr einiges zu berichten (Foto: MMG)

Von Vorstandsseite gab es zum abgelaufenen Jahr viel Erfreuliches zu berichten (Foto: MMG)

Neu war dabei die Präsenz beim Rheinland-Pfalz-Tag in Alzey und beim Demokratietag in Mainz. Auch die Zusammenarbeit mit anderen LGBTI-Gruppen und Initiativen aus Kaiserslautern und Umgebung hat im vergangen Jahr weiter an Kontur und an Gewichtung gewonnen. Dieses Miteinander ist ein gutes Beispiel für die Erkenntnis, dass wir nur gemeinsam mehr erreichen können! Das wurde speziell während der „Aktionswochen der Toleranz und Akzeptanz“ im Mai letzten Jahres deutlich, wo alle Initiativen gemeinsam ein randvoll gefülltes Programm auf die Beine gestellt hatten. Die beiden herausragenden Veranstaltungs-Beiträge der Queer Devils waren hier sicher eine Buchlesung der Autoren Dirk Leibfried und Andreas Erb, die in Kooperation mit dem 1.FCK organisiert wurde. Außerdem war das traditionelle Fanclub-Grillfest Bestandteil des IDAHOT-Programms und verzeichnete ebenfalls einen nie dagewesenen Zuspruch.

Aufmerksame Zuhörer (Foto: MMG)

Aufmerksame Zuhörer (Foto: MMG)

Auch bei der Fanclub-Weihnachtsfeier, die traditionell am letzten Heimspiel-Wochenende des FCK stattfindet, konnten sich die Verantwortlichen über einen Rekordbesuch freuen. Das neben dem Grillfest zweite Highlight des Queer-Devils-Jahreskalenders erfreut sich also weiterhin ungebrochener Beliebtheit. Die Fanclub-Geburtstagsfeier und das FCK-Stadionfest im Juli sowie die Herbstwanderung im Oktober rundeten das Veranstaltungsangebot der Queer Devils ab. Hinzu kamen in 2016 die Besuche aller Heimspiele der Roten Teufel, zahlreiche Auswärtsspiele – auch mit mehrtägigen Auswärtsfahrten – sowie etliche FCK-Events und Fan-Veranstaltungen wie Autogrammstunden, FCK-Hautnah-Tage, Diskussionsrunden und Fanregions-Sitzungen. Abseits des Geschehens rund um den Betzenberg waren die Queer Devils natürlich auch bei den Tagungen des queeren internationalen Fanclub-Dachverbandes, den Queer Football Fanclubs (QFF) und im landesweiten LGBTI-Netzwerk QueerNet-RLP aktiv.

Fast volles haus. Ein würdiger Rahmen (Foto: mg)

Fast volles Haus. Ein würdiger Rahmen (Foto: mg)

Einen erfreulichen Bericht mit Blick auf die wirtschaftliche Situation konnte auch die Kassenführung liefern. So wurde das Geschäftsjahr trotz hoher Kosten vor allem rund um die IDAHOT-Aktionswochen mit einem Plus abgeschlossen werden. Besonders hervorzuheben war dabei der Gewinn des mit 750€ dotierten Tribüne-ohne-Grenzen-Preis (ToG) des AWO-Fanprojektes Kaiserslautern, mit dem die Queer Devils als einer von drei Preisträgern für ihr Engagement rund um den IDAHOT gewürdigt wurden. Die anschließende Entlastung des Vorstandes erfolgte auf Empfehlung der Kassenprüfer einstimmig. Bei der dann folgenden Neuwahl des Vorstands wurde das bisherige Gremium einstimmig bestätigt. So übernehmen Markus P., Ralph S. und Matthias G. auch in den kommenden zwei Jahren das formale Ruder bei den Queer Devils. Zur Unterstützung wurden Matthias W. und Benjamin G. in den erweiterten Vorstand gewählt. Im Hinblick auf die mittlerweile vielfältigen Aufgaben und das Jubiläumsjahr 2017 ein wichtiger Schritt mit nun fünf Köpfen in die neue Amtsperiode zu gehen. Nicht mehr für den erweiterten Vorstand kandidierte Michael A., der aus beruflichen Gründen auf eine weitere Amtsperiode verzichtete. Immerhin vier Jahre lang hatte er Verantwortung übernommen und den Fanclub quasi an vorderster Front mit begleitet. Hierfür noch einmal ein großes Dankeschön! Wir werden Deine Geradlinigkeit und Deine unkonventionelle Art in den Vorstandssitzungen vermissen!

Der neu gewählte Vorstand; v.l., Ralph S., Markus P., Matthias G., Matthias W., Benjamin G. - vorne, Edith D., neu gewählte Kassenprüferin. Als 2. Kassenprüfer wurde Martin J. in Abwesenheit gewählt (Foto: PS)

Der neu gewählte Vorstand; v.l., Ralph S., Markus P., Matthias G., Matthias W., Benjamin G. – vorne, Edith D., neu gewählte Kassenprüferin. Als 2. Kassenprüfer wurde Martin J. in Abwesenheit gewählt (Foto: PS)

Das Highlight des Abends war unbestritten die Ehrung  langjähriger Mitglieder. Ein Akt, den die Queer Devils seit der Clubgründung erstmals vollzogen haben. So wurden Alexander B., Carsten S., Christian S., Jan B., Mark G., Matthias G. und Matthias W. für 10 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Wobei die beiden erstgenannten aus terminlichen Gründen der Veranstaltung am Samstag leider nicht beiwohnen konnten. Die Verantwortlichen versicherten indes, dass die Ehrung für die beiden jedoch beim diesjährigen Grillfest nachgeholt wird. Übrigens sind immerhin vier der sieben geehrten Akteure sogar Gründungsmitglieder des Fanclubs. Mit Blick auf zehn Jahre Fanclub-Historie war es für alle Geehrten ein besonderer Moment. Als kleine Erinnerung gab es eine schmucke Urkunde und eine florale Zugabe in den FCK-Vereinsfarben.

Zum Abschluss durfte sich die Versammlung noch in den Prozess zur Erneuerung des Corporate Design des Fanclubs einbringen und über erste Entwürfe zu einem neuen Fanclub-Logo diskutieren, woraus sich für die nächsten Schritte zumindest Tendenzen abzeichneten. Bis ein endgültiges Ergebnis vorliegt, wird noch etwas dauern.

Menükarten und Vereinsunterlagen. Jedes zu seiner Zeit (Foto: mg)

Menükarten und Vereinsunterlagen. Alles und jedes zu seiner Zeit (Foto: mg)

Dennoch ein wichtiger Schritt, da der Fanclub mit einem neuen Logo noch einige andere Neuerungen auf den Weg bringen wird. Hier haben die Queer Devils im Jubiläumsjahr noch einiges vor. Es werden im Laufe der kommenden Wochen und Monate auf jeden Fall noch einige Überraschungen kommen. So war die Mitgliederversammlung der Auftakt in ein spannendes Jahr 2017. Begleitet vom stillen und innigen Wunsch, dass es in diesem Jahr auch mit unserem 1.FCK sportlich wie wirtschaftlich wieder nach oben geht und der Verein sich spätestens zu unserem Geburtstag im Juli wieder in ruhigeren Fahrwassern bewegen kann. Was den Blick in die Zukunft rund um die Arbeit der engagierten Verantwortlichen der Queer Devils ein wenig trübt, sind aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen auch abseits des Fußballs. Homophobie ist auch in diesem vermeintlich weltoffenen Land noch immer präsent. Aber uns dagegen zu positionieren, auch dafür gibt es uns ja. Also Ärmel hoch und durch!

mg


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