Chancenverwertung bleibt das große Manko

Der 1.FC Kaiserslautern unterliegt trotz gutem und kämpferischem Spiel mit 0:1

Knapp 800 Lauterer Fans reisten nach Hannover - an einem Montagabend! (Foto: Foto: www.der-betze-brennt.de)

Knapp 800 Lauterer Fans reisten nach Hannover – an einem Montagabend! (Foto: Foto: www.der-betze-brennt.de)

Es war vom Papier her kein einfacher Auftakt für Norbert Meier und sein Team. Ging es doch zum Rückrundenstart nach der Winterpause ausgerechnet zum Absteiger Hannover 96, der seine Aufstiegsambitionen selbst als alternativlos wertet. Dennoch ging der neue Coach mit einer durchaus offensiven Ausrichtung in die Partie. Der wieder genesene Kacper Przybylko in der Sturmspitze, Osayamen Osawe auf dem rechten Flügel und auch Sebastian Kerk sollte nach überstandener Verletzung Impulse nach vorne setzen. Immerhin rund 800 Lauterer Fans begleiteten ihren 1.FCK nach Niedersachsen. Bereits die sechste Spielansetzung an einem Montagabend! Nicht auszuschließen, dass die DFL uns bei den vier noch nicht terminierten Begegnungen auch nochmal einen oder zwei Montagstermine reindrückt. Wer solche Spielpläne zu verantworten hat, hat nur noch den Kommerz in der Birne, war selber nie Fan und weiß nichts um die Seele des Fußballs.

Wieder zurück an Bord, Kacper Przybylko (Foto: Foto: www.der-betze-brennt.de)

Wieder zurück an Bord, Kacper Przybylko (Foto: Foto: www.der-betze-brennt.de)

Hannover 96 kam in den ersten 10 Minuten besser in die Partie, der FCK sah sich mit reichlich Defensivarbeit konfrontiert. So hatten die Roten auch die ersten Chancen, fanden aber bei einem aussichtsreichen Freistoß in Julian Pollersbeck ihren Meister (5.) und wurden bei einem Kopfball nach einer Ecke Opfer eigener Unzulänglichkeit. Der Ball ging trotz aussichtsreicher Position deutlich drüber. Glück für Lautern. Aber die Roten Teufel kamen besser ins Spiel. Erster großer Aufreger dann in der 10. Minute. Sebastian Kerk dribbelte sich in den Strafraum und wurde von Gegenspieler Oliver Sorg unsanft vom Ball getrennt. Ein Kontakt am Fuß war da, doch ob der Defensivmann der Hannoveraner vorher den Ball getroffen hat oder doch seinen Gegenspieler regelwidrig zu Fall brachte blieb strittig. Mancher Unparteiische hätte womöglich auf den Punkt gezeigt. Ähnlich wie auf der anderen Seite in der 23. Minute, als ein scharfer Schuss des Hannoveraners Uffe Bech den Oberkörper von Philipp Mwene traf und das Publikum lautstark einen Handelfmeter forderte.

Gestern auch vom Flügel gefährlich aber glücklos, Osayamen Osawe (Foto: Foto: www.der-betze-brennt.de)

Gestern auch vom Flügel gefährlich aber glücklos, Osayamen Osawe (Foto: Foto: www.der-betze-brennt.de)

Doch trotz der Aufreger blieben die Roten Teufel selbstbewusst und erarbeiteten sich weitere gute Möglichkeiten. Kacper Przybylko wurde in aussichtsreicher Position geblockt (12.), Osayamen Osawe köpfte die Kugel knapp am Tor vorbei (19.) und verzog auch in der 28. Minute aus spitzem Winkel. „Wir müssen daran arbeiten, dass wir die sich uns bietenden Möglichkeiten gnadenlos ausnutzen“, attestierte auch Norbert Meier nach der Partie. Tja, die Chancenverwertung ist aktuell sich die größte Baustelle und bleibt das größte Manko. Das sollte sich auch in Halbzeit zwei nicht wesentlich ändern. Einmal noch musste der Lauterer Anhang im ersten Durchgang durchatmen. In der 22. Minute schickte sich Jungspund Robin Koch an, eine Flanke von Iver Fossum direkt vor dem eigenen Tor per Kopf zu klären. Er entschied sich für die Marke Risiko und stieß das Leder über die Latte ins Toraus! Sah vielleicht riskant und gefährlich aus, aber es gehört Mut, Kaltschnäuzigkeit und Selbstvertrauen dazu in der Szene einen Ball so zu verteidigen. Chapeau, junger Mann! Einer der Koch heißt macht in so einer Situation kein Eigentor, da darf man getrost gelassen bleiben! Mit dem torlosen Remis ging es in die Kabine.

Hannover geht durch Uffe Bech 1:0 in Führung (Foto: Foto: www.der-betze-brennt.de)

Hannover geht durch Uffe Bech 1:0 in Führung (Foto: Foto: www.der-betze-brennt.de)

Nach dem Wechsel waren wieder die Hausherren am Drücker und das auch mit Erfolg. Ein glücklicher Ballgewinn nach Kopfballabwehr von Robin Koch setzten die Niedersachsen gekonnt in einen schnellen Konter um. Marvin Bakalorz schickte Uffe Bech über halbrechts, Marcel Gaus kam einen Tick zu spät und landete mit seiner Grätsche im Leeren, der Hannoveraner behielt die Nerven und schoss aus spitzem Winkel flach neben Julian Pollersbeck ein (49.). Doch die Lauterer ließen sich nicht entmutigen und kamen postwendend zu weiteren Möglichkeiten. In der 50. Minute verzog Philipp Mwene und bei der anschließenden Ecke zimmerte Christoph Moritz das Leder mit einem feinen Schuss aus 18 Metern ans Lattenkreuz. Ärgerlich! Die Gastgeber hatten zwar in der Folge nach wie vor mehr Ballbesitz, aber der 1.FCK verteidigte aufopferungsvoll und kam auch bis kurz vor Abpfiff bei ansehnlichem Umschaltspiel immer wieder zu guten Möglichkeiten. In der 64. Minute entschärfte der Keeper der Niedersachsen einen direkten Freistoß von Sebastian Kerk und nur eine Minute später konnte Kacper Przybylko nach einer Flanke von Philipp Mwene das Leder per Kopf nicht unterbringen.

Chrstoph Moritz traf in der 51. Minute nur das Lattenkreuz (Fotot: Foto: www.der-betze-brennt.de)

Chrstoph Moritz traf in der 51. Minute nur das Lattenkreuz (Fotot: Foto: www.der-betze-brennt.de)

Der FCK sorgte zwar immer wieder für Offensivakzente, konnte aber gegen Ende kaum noch so richtig druckvoll agieren, um hochkarätige Chancen herausspielen oder gar zu verwerten. Die Zeit lief den Roten Teufeln nun davon und auch mit drei Minuten Nachspielzeit reichte es trotz engagierter Bemühungen nicht mehr noch einen „lucky punch“ zu setzen. Hannover 96 brachte die knappe Führung über die Zeit. Die Enttäuschung stand den Jungs von Norbert Meier ins Gesicht geschrieben. Ein Punkt wäre auch mehr als verdient gewesen. „Wenn man vorne keine Dinger macht, dann kann man auch kein Spiel gewinnen“, resümierte auch Mittelfeldmann Christoph Moritz sichtlich angefressen. Für Trainer Norbert Meier wird das Thema Effizienz bei der Chancenverwertung in den nächsten Wochen und Monaten sicher eine Kernaufgabe werden. Vor allem bei den Offensivspielern sicher teilweise auch Kopfsache, eine Frage der Konzentration und eine Frage des Willens, obwohl man letzteren sicher keinem absprechen mag.

Nach dem Schlusspfiff, Enttäuschung bei den Spielern, aufmunternder Applaus von den Fans (Foto: Foto: www.der-betze-brennt.de)

Nach dem Schlusspfiff, Enttäuschung bei den Spielern, aufmunternder Applaus von den Fans (Foto: Foto: www.der-betze-brennt.de)

Aber der Druck wird nicht weniger. Der 1.FCK rangiert nun auf Tabellenplatz 14 mit nur drei Punkten Abstand zum Relegationsplatz. Keine Frage, die Roten Teufel sind wieder mittendrin im Abstiegskampf. Zumindest die Art wie sich die Mannschaft gestern präsentiert hat, lässt ein wenig Optimismus zu. Beim letzten Ausflug nach Niedersachsen gegen den damaligen Tabellenführer Eintracht Braunschweig ging der 1.FCK auch mit einer 0:1-Niederlage vom Rasen. Allerdings war das auch ein Spiel in dem sich die Mannschaft nicht eine einzige Torchance erarbeitet hatte. Am kommenden Freitag darf der FCK wieder vor heimischem Publikum ran. Mit den Würzburger Kickers kommt ein vermeintlich unattraktiver Gegner. Aber immerhin einer, der derzeit einen Tabellenplatz innehat, von dem die Profis des FCK derzeit nur träumen können. Der Liganeuling grüßt von Tabellenplatz sieben. Man sollte die Truppe von Bernd Hollerbach also keinesfalls unterschätzen.

mg


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