Mehr Schatten als Licht bei der Packung am Kiez

Der 1.FCK unterliegt im letzten Saisonspiel am Millerntor mit 5:2

Fast 3.000 Lauterer mit am Millerntor (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Fast 3.000 Lauterer mit am Millerntor (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Fritz-Walter-Wetter vor vollem Haus am Millerntor. Es war angerichtet am vergangenen Sonntag, als der 1.FCK zum letzten Spiel der Saison beim Kiez-Club auf St.Pauli gastierte. Schon vor dem Anpfiff war es ungemütlich auf dem grünen Rasen. Regenfluten und Hagelschauer prasselten auf die Akteure runter, die sich beim Warmmachen anschickten die letzte Konzentrationsenergie zu bündeln. Doch der Wettergott schickte während der 90 Minuten auch immer mal wieder Sonnenstrahlen in das mit 29.546 Besuchern ausverkaufte Schmuckkästchen im Stadtteil St.Pauli. Wirklich wärmend waren aber auch die sonnigen Phasen für Spieler und Anhang des 1.FCK an diesem Nachmittag nicht. Licht und vor allem viel Schatten, ein Spiegelbild der Saison vor allem für die Protagonisten im roten Dress. Am Ende stand eine deftige 2:5 Packung auf dem Zettel. Dabei kam der FCK gut ins Spiel, führte nach einem feinen Angriff schon in der 4. Minute durch Lukas Görtler nach Zuspiel von Jon Dadi Bödvarsson mit 1:0. Aber nicht mal 90 Sekunden später glichen die Hamburger durch Startelfdebütant Ryo Miyaichi aus, erhöhten noch vor der Pause durch Lennart Thy auf 2:1 (21.). Weiterlesen

Dieser Weg wird kein leichter sein

Buchlesung am Betzenberg thematisiert Homosexualität im deutschen Fußball – lebendige Diskussion

Die Autoren Andreas Erb und Dirk Leibfried (Foto: 1.FCK)

Die Autoren Andreas Erb und Dirk Leibfried (Foto: 1.FCK)

„Wir leben im 21. Jahrhundert! Müssen wir über das Thema Homosexualität tatsächlich noch diskutieren?“ Eine häufig gestellte Frage, die nicht nur gestern Abend in der Museums-Loge des Fritz-Walter-Stadions aus dem Publikum heraus zur Diskussion gestellt wurde? Der 1.FC Kaiserslautern und die Queer Devils hatten im Rahmen der IDAHOT Aktionswochen zu einer Buchlesung eingeladen. Mehr als 30 Zuhörer lauschten dort den beiden Autoren Dirk Leibfried und Andreas Erb, die im Rahmen einer Buchlesung aus ihrem im Jahr 2011 erschienenen Buch „Das Schweigen der Männer“ einen umfassenden und teils ernüchternden Einblick in die Ergebnisse ihrer Recherchen gaben und dabei ein Bild eines im Fußball immer noch eher verkrampften Umgangs mit dem Thema Homosexualität zeichneten. Daran hat auch der mutige Schritt des ehemaligen Nationalspielers Thomas Hitzlsperger nichts nachhaltig verändert, der sich im Jahre 2013 nach dem Ende seiner aktiven Fußballerlaufbahn öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte. Weiterlesen

Gelungener Auftakt der IDAHOT-Aktionswochen

Fanclub-Grillfest und Kiss the Pride Foto-Event im Fritz Walter Stadion voller Erfolg

Grillfest der Queer devils in Otterbach (Foto: mg)

Grillfest der Queer Devils in Otterbach (Foto: mg)

Seit Mitte letzter Woche Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel am Lauterer Rathaus von einer Delegation des IDAHOT-Organisationsteams symbolisch 50 Regenbogenfahnen überreicht bekam, laufen in Kaiserslautern die Aktionswochen für Toleranz und Akzeptanz rund um den International Day Against Homophobia and Transphobia am 17. Mai. Mehr als vier Wochen lang werden die schwul-lesbischen Gruppen aus Kaiserslautern mit ganz unterschiedlichen Aktionen und vielen heiteren Veranstaltungen feiern, informieren, aufklären und für eine bunte Gesellschaft werben. Das erste lebhafte IDAHOT-Wochenende liegt nun bereits hinter uns. Die Queer Devils hatten die Ehre mit gleich zwei Veranstaltungen den Auftakt zu machen. Am vergangenen Samstag hatten wir zu unserem traditionellen Fanclub-Grillfest nach Otterbach eingeladen und am Sonntag gab es im Rahmen des letzten Heimspiels der Roten Teufel gegen die SpVgg Greuther Fürth in der Fan-Halle Nord des Fritz-Walter-Stadions die Foto-Aktion KISS THE PRIDE und  viele, viele Informationen rund um das Thema Homosexualität im Fußball. Weiterlesen

Emotionaler Schlusspunkt vor heimischer Kulisse

Der 1.FCK gewinnt bei tränenreichem Abschied verdient und souverän gegen Greuther Fürth

Die Mannschaft bedankte sich schon vor der Partie (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Die Mannschaft bedankte sich schon vor der Partie (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Als beim gestrigen Heimspiel des 1.FCK in den Schlussminuten die Westtribüne ihr „Forza FCK…..mein Leben hab ich Dir vermacht, jeden Tag und jede Nacht“ anstimmte, war die Partie sportlich bereits entschieden. Emotional erwuchs die Kulissen-Szenerie bis lange nach dem Abpfiff zu einem pathetischen Schlussakkord der Saison 2015/2016. Unter rhythmischem Klatschen griff der simple und doch so pointierte Liedertext auch auf die anderen Tribünen über. Wie von einer sanften und langgezogenen Woge getragen erhoben sich Block für Block bis in den letzten Winkel der Osttribüne die Fans von ihren Plätzen. Ein mit 25.037 Besuchern leider nur halb gefülltes Stadion zelebrierte unaufgeregt einmal mehr, wie ein Fußballspiel zu einer Hommage werden kann, zu einem nicht nur hörbaren sondern fühlbaren und greifbaren Bekenntnis zu einem Verein, der nun schon so lange das Fußballgeschehen in Deutschland mitbestimmt hat. Vielleicht hatten die besagten Minuten am Ende der gestrigen Partie zwar nicht das zu bieten, was sich nach dem verpassten Aufstieg in der Relegation gegen Hoffenheim damals im Fritz-Walter-Stadion ereignet hatte, aber es war ganz sicher nicht weniger intensiv. So mancher Anhänger der Roten Teufel stand an seinem Platz, rang mit der Fassung und hatte sichtbar Wasser in den Augen. So wie auch der ein oder andere der Akteure, die sich gestern zum letzten Mal im Trikot des 1.FC Kaiserslautern vor heimischer Kulisse zeigen durften. Weiterlesen

IDAHOT 2016 – Wochen für Toleranz und Akzeptanz

Lauterer Gruppen stemmen mehrwöchiges regenbogenbuntes Programm – auch der 1.FCK mischt mit

Die ersten Regenbogenfahnen in der Lauterer Innenstadt (Foto: Robin Roth)

Die ersten Regenbogenfahnen in der Lauterer Innenstadt (Foto: Robin Roth)

Fast ein Jahr lang wurde diskutiert, wurden Ideen gesponnen und Ideen wieder verworfen, wurde kreativ nach vorne gedacht, organisiert, geschrieben, gebastelt. Nun ist es soweit. Unter dem Motto IDAHOT 2016 – Wochen der Toleranz und Akzeptanz bieten acht schwul-lesbische Initiativen und Vereine in und um Kaiserslautern über einen Zeitraum von mehr als vier Wochen fast 20 Events, Aktionen, Veranstaltungen und Partys an. Morgen, am 4. Mai 2016, eröffnet Schirmherr Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel die Aktionswochen rund um den eigentlichen IDAHOT in Kaiserslautern. Um 13 Uhr werden vor dem Rathaus im Rahmen eines Fototermins symbolisch 50 Regenbogenfahnen an den Oberbürgermeister übergeben. Ein Auftakt nicht nur für die Presse! Bis Ende Juni soll dieses sichtbare Zeichen für vielfältige Lebensweisen mit symbolkräftigen Botschaften die Innenstadt von Kaiserslautern zieren: Rot für die Liebe, Orange für Gesundheit, Gelb für die Sonne, Grün für Natur, Königsblau für Harmonie, Violett für den Geist – und alle Macht der Vielfalt. Weiterlesen

Laute Kabinenpredigt mit sichtbarer Wirkung

Die zwei Gesichter der Roten Teufel – FCK dreht nach Rückstand die Partie am Bornheimer Hang

Viel Einsatz, viel Haut und zwei Treffer nach Einwechslung; Antonio Colak (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Zeigte viel Einsatz und viel Haut. Antonio Colaks Jubel nach seinem ersten Treffer (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Bekanntermaßen ist des einen Leid, des anderen Freud! Kacper Przybylko war gestern in Frankfurt gerade mal sechs Minuten auf dem Platz, da signalisierte er nach einem Sprint an der Außenbahn mit schmerzverzerrtem Gesicht seine sofortige Auswechslung. Zu einer ersten Diagnose mochte auch Trainer Konrad Fünfstück nach dem Spiel noch keine Auskunft geben. Für den Unglücksraben kam in der 70. Minute Antonio Colak. Der aus Hoffenheim geliehene Stürmer war kaum zehn Minuten auf dem Rasen, da verwertete er einen diagonalen Traumpass von Markus Karl zur Führung der Lauterer. Nur acht weitere Minuten war es wieder der sympathische Angreifer mit dem Dauergrinsen im Gesicht, der den dritten Treffer für die Roten Teufel markierte. Praktisch mit dem Schlusspfiff setzte dann Sascha Mockenhaupt mit seinem Treffer zum 1:4 auch den Schlusspunkt zur Partie. Das deutliche Ergebnis war zu Beginn kaum zu erwarten. Die Gastgeber gingen stark in die Partie und führten früh. Praktisch mit der ersten wirklichen Lauterer Chance markierte Alexander Ring mit einem satten Schuss aus knapp 20 Metern den 1:1 Ausgleich und traf damit in der laufenden Spielzeit erstmals für den 1.FCK. Aufgrund einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang nahm der 1.FC Kaiserslautern vor 8.130 Zuschauern aber verdient die drei Punkte mit heim in die Pfalz. Weiterlesen

Der Betzenberg hat seine Emotionen zurück

Der 1.FCK ist auch im vierten Spiel gegen das Leipziger-Millionenprojekt ungeschlagen

Emotionale Partie, auf den Rängen und auf dem Rasen (Foto: Thomas Füssler)

Emotionale Partie, auf den Rängen und auf dem Rasen (Foto: Thomas Füssler)

Es war die vermutlich emotionalste Szene des Spiels. In der 63. Minute holte der Leipziger Willi Orban an der Außenbahn Marcel Gaus von den Beinen. Da der ehemalige Lauterer Innenverteidiger nach einem Foul an Jean Zimmer bereits Gelb gesehen hatte, blieb Schiedsrichter Bastian Dankert keine Wahl. Er schickte den 23-jährigen mit Gelb-Rot vorzeitig unter die Dusche. Ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert, schallender Spott und hämische Gesten begleiteten den Geschmähten und Konsternierten in die Kabine. Bis dahin hatte das Publikum den ehemaligen Lauterer Akteur bei jedem einzelnen Ballkontakt gnadenlos ausgepfiffen. Die spielerisch überlegenen und dominierenden Kicker aus Leipzig gingen vor 27.332 Zuschauern in der 56. Minute durch Emil Forsberg in Führung. Der 1.FCK hielt vor allem in der zweiten Halbzeit verbissen und aufopferungsvoll dagegen und belohnte sich letztendlich für seine Leidenschaft. In der 83. Minute gelang dem eingewechselten Kacper Przybylko der letztlich hochverdiente Ausgleich. Sein erster Treffer vor heimischem Publikum. Glückwunsch, Pritsche! Die Mannschaft hat ihren Worten Taten folgen lassen, hat ihre begrenzten spielerischen Mittel mit viel Kampf, Einsatz, Willen und Leidenschaft kompensiert und so dafür gesorgt, dass kaum ein Fan unzufrieden vom Berg gestiegen sein dürfte! Danke dafür! Weiterlesen

Mol annerschd uff die annere geguckt – Leipzig

Gerüchte um ein neues Stadion. Konkrete Planspiele oder unrealistische Irritation?

Trotz Heimspiel richten wir den Blick in die Stadt des Gastvereins (Grafik: 1.FC Kaiserslautern)

Trotz Heimspiel richten wir den Blick in die Stadt des Gastvereins (Grafik: 1.FC Kaiserslautern)

Es ist fast auf den Tag ein Jahr her, dass wir in der Rückrunde der Saison 2014/2015 im Vorfeld der Heimpartie gegen Leipzig über den Verein aus der sächsischen Messestadt berichtet hatten. Besser gesagt über die Fanszene in Leipzig. Oder das was man dafür halten mag. Unsere damalige Berichterstattung schloss mit dem mehr oder weniger beseelten Wunsch, dass man Fußball nicht planen und kaufen könne. Allerdings sind gerade planen und kaufen die beiden Stichworte, die in dieser Saison den Anlass für die Betrachtung des Gegners aus Sachsen liefern. In sportlicher Hinsicht wird in der ehrwürdigen Messestadt schon seit längerem geplant und gekauft. Die aktuelle Saison wird dem Brause-Club vermutlich den Aufstieg bescheren, den nicht nur Ralph Rangnick schon in der vergangenen Spielzeit mit Hartnäckigkeit angestrebt hatte. Im Hintergrund dürfte also bereits mit Eifer an der Saison 2016/2017 gearbeitet werden. Wohlgemerkt, einer Saison in der ersten Liga! Weiterlesen

Aufatmen rund um den Betzenberg

Mit einem knappen Auswärtssieg in Bielefeld die Klasse fast gesichert

1.200 Fans aus der Pfalz mit dabei auf der Alm (Foto: www.der-betze-brennt.de)

1.200 Fans aus der Pfalz mit dabei auf der Alm (Foto: www.der-betze-brennt.de)

Seit dem 27. November letzten Jahres hat Kacper Przybylko nicht mehr getroffen. 13 Partien ohne Tor! Auch wenn der blonde Hüne in immerhin sechs der letzten acht Partien ohnehin nicht in der Startelf war und nur nach Einwechslungen mitmischen durfte, sind das 1.248 lange Spielminuten seit dem letzten Treffer! Für einen arrivierten Stürmer die Hölle! Durch selbige sind die Fans und alle, denen der 1.FC Kaiserslautern am Herzen liegt in den letzten Wochen auch gegangen, als es fünf Niederlagen in Folge setzte. Mit dem Sieg gegen Sandhausen und dem müden torlosen Remis gegen den Südwestrivalen Karlsruher SC ein erstes Zeichen von Erleichterung, das mit dem gestrigen knappen Auswärtssieg in Bielefeld seine Fortführung fand. Ausgerechnet der Treffer von Kacper Przybylko, der in Bielefeld geboren und aufgewachsen ist und rund 10 Jahre für Arminia gekickt hat, brachte den so wichtigen Auswärtssieg. Mit den drei Punkten auf der Haben-Seite ist das Thema Abstiegsangst rund um den Betzenberg nun erledigt. Zumindest was die direkten Abstiegsränge betrifft. Der Relegationsrang 16 ist nur noch ein theoretisches Damoklesschwert und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn sich die Mannschaft da nochmal reinreitet. Das Team um Konrad Fünfstück hat nun in den nächsten Wochen die Gelegenheit zu zeigen, was an Potentialen im Kader steckt, wenn man ohne eklatanten Angst-Druck auflaufen kann. Weiterlesen

Ein Punkt im Derby schafft mehr Ruhe am Berg

Emotional, umkämpft, aber keine Tore – beeindruckende Choreographie der Westtribüne

Beeindruckende Choreographie der Westtribüne kurz vor Anpfiff zum Derby (Foto: Thomas Füssler)

Beeindruckende Choreographie der Westtribüne kurz vor Anpfiff zum Derby (Foto: Thomas Füssler)

In der Defensive sehr sattelfest, nur vor dem gegnerischen Tor zu wenig Entschlossenheit und Konsequenz. So kam der 1.FCK gestern von 30.839 Zuschauern zu keinem eigenen Treffer, ließ aber auch vor dem eigenen Tor gegen einen spielstarken Gegner aus Karlsruhe nichts zu. Torlos 0:0 hieß es am Ende. Ein Punkt gewonnen, zwei verloren? In diesen turbulenten Tagen muss man aus Sicht der Roten Teufel mit dem einen Punkt wohl zufrieden sein. Das räumten auch einige der Akteure in Rot nach dem Abpfiff ein. Ein kleiner Schritt mehr in Richtung ruhigeres Fahrwasser, ein Punkt mehr weg von der Abstiegszone, die noch vor Wochen wie ein Damoklesschwert über dem Betzenberg hing. So hielt sich die Freude gestern nach 90 Minuten auf Seiten der Roten Teufel in Grenzen. Partystimmung kam nur im Gästebereich unter den rund 3.000 mitgereisten KSC-Fans auf. Dennoch war es ein emotionales, umkämpftes und phasenweise kratzbürstiges Derby. So wie man ein Spiel gegen den Südwestrivalen aus Nordbaden vor heimischer Kulisse erwartet. Nur leider ohne Tore. Weiterlesen